Jindřich Křivánek 1888 - 1942

Geboren 25.9.1888 in Bouzov
Gestorben 5.5.1942 in Mauthausen

Biografie

Die Lebensgeschichte von Herrn Jindřich Křivánek

Herr Jindřich Křivánek, geboren am 25. September 1888 in Bouzov, war selbstständiger Müller und Besitzer einer Mühle im Dorf Moravany bei Brünn.

Während des Krieges half er seinen tschechischen Mitbürgern als Vorsitzender des Hauptquartiers von České Matice und förderte und unterstützte den Bau einer tschechischen Schule im deutschen Dorf Želešice. Er war ein edler, gebildeter und gesunder Mensch und verteilte während der Besatzungszeit unter anderem sein eigenes Mehl an seine Mitbürger und half Herrn Koutský, dem Leiter von Moragra in Brünn. Seine Aktivitäten entgingen der Gestapo nicht und so wurde er am 26. Oktober 1941 verhaftet und brutal verhört.

Als die Familie zur Gestapo ging und nach den Gründen für die Verhaftung von Herrn Křivánek fragte, wurde der Familie mitgeteilt, dass er gegen eine Gebühr freigelassen werden könne. Nachdem die Familie die Frage nach dem Grund für die Verhaftung von Herrn Křivánek wiederholt hatte, wurde der Gestapobeamte wütend, stand auf, schrie und warf die Familie aus dem Büro. Anschließend wurde Herr Křivánek am 4. Dezember 1941 in das Konzentrationslager Mauthausen überstellt.

Die Familie sah Herrn Křivánek nie wieder. Laut Aussage von Dr. Podlaha aus Brünn wissen wir, dass Herr Křivánek in einem Steinbruch arbeitete und nach der grausamen Arbeit völlig erschöpft vor wütenden Hunden fliehen musste. Es war der Spaß der Wachen, die aus Langeweile eine solche "Unterhaltung" organisierten. Herr Křivánek wurde von Hunden misshandelt und starb nach mehreren Tagen unter Schmerzen am 5. Mai 1942 an einer Blutvergiftung. Die Wachen untersagten Herrn Křivánek jegliche Behandlung. Zeugenaussagen darüber erreichten uns über Dr. Podlaha persönlich nach Kriegsende.

Die Familie von Herrn Křivánek wurde von der Gestapo aus der Mühle vertrieben und überlebte den Krieg mit ihrer einjährigen Tochter in einem Erdbunker. Der Stab der deutschen Wehrmacht war in der Mühle stationiert, die Familie durfte nur zum Viehfüttern ins Haus kommen.

Aber auch in der Folgezeit hatte die Familie Křivánk kein leichtes Leben. Wegen seiner Mitwirkung bei der Vorbereitung des Überschreitens der Staatsgrenze für Menschen, die nicht unter kommunistischer Herrschaft leben wollten, wurde der Sohn von Herrn Křivánek zur Beschlagnahmung seines gesamten Eigentums, zu lebenslanger Haft und zu insgesamt 12 Jahren Haftin den Uranminen verurteilt. Nach einer Amnestie kehrte er nach Hause zurück, durfte aber nur in einem Steinbruch arbeiten. Damit endete das Familiengewerbe der Müllerei.

Zdenek Huták, Urgroßenkel 

Position im Raum