Léon Bougue 1920 - 1944

Geboren 7.1.1920 in Loyat
Gestorben 12.6.1944 in Gusen

Biografie

Léon Eugène Marie Bougué wurde am 7. Januar 1920 in dem zur Gemeinde Loyat gehörenden Weiler La Saudraie (Departement Morbihan) geboren. Er war der Sohn von Pierre Marie Mathurin Bougué (1883-1977) und Jeanne Marie Texier (1887-1965); am 27. Oktober 1942 heirateten Léon Bougué und Joséphine Armandine Mathurine Serrazin in Loyat. Léon war von Beruf Landwirt.

Am Abend des 17. Januar 1944 wurde der deutsche Gefreite Hammes in Guilliers (Departement Morbihan) durch einen Genickschuss getötet. Drei Tage später, am Donnerstag, dem 20. Januar, führte die deutsche Armee in Guilliers und den umliegenden Gemeinden, darunter Loyat, eine große Razzia durch.

500 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in Guilliers versammelt; 48 wurden ausgewählt, der knapp 24-jährige Léon war darunter. Nachdem die 48 Männer vier Tage lange in der Schule von Moiron eingesperrt worden waren, wurden sie am Morgen des 25. Januar mit einem Zug über Rennes nach Compiègne gebracht, wo sie am Abend des 26. Januar ankamen. Léon wurde im Frontstalag 122 die Matrikelnummer 25884 zugeteilt. Die Häftlinge durften mit ihren Familien in Briefwechsel stehen und Pakete empfangen. Zwei Monate später begann die Fahrt ins Unbekannte. Der Konvoi vom 23. März 1944 brachte Léon zusammen mit 39 weiteren, während der Razzia Verhafteten in Viehwaggons ins Konzentrationslager von Mauthausen (Österreich); die Fahrt endete am Morgen des 25. März. Im Eingangsregister des Konzentrationslagers ist folgender Eintrag zu lesen:

59626 Franz. Sch Baugue (sic) Léon 7.1.20 Bauer Gusen 7.5.44.

Léon wurde am 7. Mai 1944 ins Konzentrationslager Gusen I überstellt, wo er 36 Tage später im Alter von 24 Jahren starb. Einer seiner Kameraden, Eugène Ferteux, sagte nach dem Krieg Folgendes aus: Auch ich war im Krankenlager Gusen I, und als Léon am 12. Juni 1944 starb, war ich dabei.

Von der aus Guilliers stammenden Gruppe wurden insgesamt 20 Männer nach Gusen gebracht, nur fünf kehrten in ihre Heimat zurück: Einer wurde am 28. April 1945 vom Internationalen Roten Kreuz nach Frankreich zurückgebracht, vier wurden am 5. Mai 1945 in Gusen befreit. Von den 43 am 20. Januar 1944 deportierten Männern haben nur 19 den Krieg überlebt.

Am 9. August 1946 erhielt Léon Bougué die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben), und am 9. November 1951 wurde ihm der Titel Déporté politique (politischer Deportierter) zuteil.

 

Armelle QUERBOUET ist die Tochter von Gabriel QUERBOUET, der in Mauthausen unter der Häftlingsnummer 60477 registriert worden war.

 

Quellen

Amicale de Mauthausen (französischer Verein zur Erinnerung an die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen), III. Monument 

SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 26P 1132 

SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 21P 428996

Position im Raum