Fernand Harel 1926 - 1944

Geboren 30.3.1926 in Loyat
Gestorben 30.11.1944 in Gusen

Biografie

Fernand Ange Marie Harel wurde am 31. März 1926 in der Kleinstadt Loyat (Departement Morbihan) geboren. Er war der Sohn des Stellmachers Alphonse Jean Marie Harel (1892-1946) und von Anne Marie Jarnigon (1892-1975). Auch Fernand war Stellmacher und arbeitete bei seinem Vater.

Am Abend des 17. Januar 1944 wurde der deutsche Gefreite Hammes in Guilliers (Departement Morbihan) durch einen Genickschuss getötet. Drei Tage später, also am Donnerstag, dem 20. Januar, führte die deutsche Armee in Guilliers und den umliegenden Gemeinden, darunter Loyat, eine große Razzia durch.

500 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in Guilliers versammelt; 48 wurden ausgesucht, der damals 17-jährige Fernand war darunter. Nachdem die 48 Männer vier Tage lange in der Schule von Moiron eingesperrt worden waren, wurden sie am Morgen des 25. Januar mit einem Zug über Rennes nach Compiègne gebracht, wo sie am Abend des 26. Januar ankamen. Fernand wurde im Frontstalag 122 die Matrikelnummer 25900 zugeteilt. Die Häftlinge durften mit ihren Familien in Briefwechsel stehen und Pakete empfangen. Am 15. Februar erwähnte mein Vater den Erhalt eines Paketes, das für ihn und Fernand bestimmt war. Zwei Monate später begann die Fahrt ins Unbekannte. Der Konvoi vom 23. März 1944 brachte Fernand zusammen mit 39 weiteren, während der Razzia Verhafteten in Viehwaggons ins Konzentrationslager von Mauthausen (Österreich); die Fahrt endete am Morgen des 25. März. Im Eingangsregister des Konzentrationslagers ist folgender Eintrag zu lesen:

60047 Franz. Sch. Harel Fernand 31.3.26 Waldarbeiter Gusen 9/5/44.

Fernand wurde am 9. Mai 1944 ins Konzentrationslager Gusen II überstellt, wo er sechs Monate später, am 30. November 1944, im Alter von 18 Jahren starb.

Von der aus Guilliers stammenden Gruppe wurden insgesamt 20 Männer nach Gusen gebracht. Nur fünf kehrten in ihre Heimat zurück: Einer wurde am 28. April 1945 vom Internationalen Roten Kreuz nach Frankreich zurückgebracht, vier wurden am 5. Mai 1945 in Gusen befreit. Von den 43 am 20. Januar 1944 deportierten Männern haben nur 19 den Krieg überlebt.

Am 27. April 1946 erhielt Fernand Harel die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben), und am 15. November 1951 wurde ihm der Titel Déporté politique (politischer Deportierter) zuteil. 

 

Armelle QUERBOUET ist die Tochter von Gabriel QUERBOUET, der in Mauthausen unter der Häftlingsnummer 60477 registriert worden war.

 

Quellen:  

Amicale de Mauthausen (französischer Verein zur Erinnerung an die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen), III. Monument 

SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 26P 1132 

SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 21P 461613

 

Position im Raum