Leopold Wolf 1915 - 1945

Geboren 9.10.1915 in Michalovce
Gestorben 28.1.1945 in Gusen

Biografie

Leopold war das älteste von fünf Kindern der Familie Wolf. Er war ein ausgezeichneter Schüler, sprach fließend sieben Sprachen und gab anderen Schülern in seiner Heimatstadt Nachhilfeunterricht. 

Das Geld, das er durch seine Nachhilfestunden und diverse Leistungsstipendien erhielt, gab er zur Gänze seinen Eltern für den Unterhalt der Familie. Nachdem er die Schule mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, begann Leopold an der Universität in Prag Medizin zu studieren. 

1939, kurz vor Studienabschluss, wurde Leopold aufgrund seiner jüdischen Herkunft von der Universität verwiesen. Leopold erhielt das Angebot, seine Studien in London fortzusetzen, aber er entschied sich, nach Hause zurückzukehren und seine Familie in Uzhhorod (Tschechoslowakei) - auch bekannt als Ungvar (in der heutigen Ukraine) - zu unterstützen. 

Nach dem Einmarsch Ungarns in die Tschechoslowakei wurde sein Bruder Shmuel (Shani) in die Slowakei deportiert und sein Verbleib ist bis heute ungeklärt. Am 8. April 1944 wurde Leopold zusammen mit seinen Eltern und den übrigen drei Geschwistern in ein Ghetto in einer Ziegelfabrik in Uzhhorod umgesiedelt. Am 28. Mai 1944 wurden Leopold und seine Familie nach Auschwitz deportiert, wo seine Eltern Antona-Taube und Shlomo-Aaron sowie seine kleine Schwester Feige Wolf unmittelbar nach ihrer Ankunft vergast wurden. 

Am gleichen Tag wurden Leopold und sein Bruder Moric von ihrer Schwester Sarah getrennt, die zur Zwangsarbeit in eine Munitionsfabrik geschickt wurde. 

Leopold und Moric trafen am 8. Juni 1944 in Mauthausen ein. Aufgrund seiner Ausbildung wurde Leopold von den Nazis zum Gefangenenarzt in Mauthausen gemacht und konnte in dieser Position seinem Bruder helfen, der in Gusen Zwangsarbeit leisten musste. 

Nur wenige Monate vor der Befreiung des KZ Mauthausen durch die Amerikaner starb Leopold an Typhus. 

Sowohl Sarah als auch Moric überlebten die Vernichtungslager. Beide emigrierten nach Israel und gründeten dort eigene Familien. 

 

Sharon Dotan, Nichte

Position im Raum