Sándor Fleischmann 1909 - 1945
Geboren 12.2.1909 in Šurany
Gestorben 8.2.1945 in Gusen
Biografie
Sándor wurde 1909 als zweites Kind von Aron Fleischman und dessen Frau Filipka geboren. Zwischen 1906 und 1915 wurden der Schneider Aron und die Damenschneiderin Filipka Eltern von insgesamt sechs Kindern. Der Vater kämpfte im Ersten Weltkrieg als Soldat in der Österreich-Ungarischen Armee. Die Familie lebte sehr bescheiden in der ungarischen Kleinstadt Surány. Ab 1918 gehörte dieses Gebiet zur Tschechoslowakei.
Sándor ging bei seinem Vater in die Lehre und wurde ein erstklassiger Schneider. 1930 leistete er seinen verpflichtenden Militärdienst in der tschechoslowakischen Armee ab und kehrte danach wieder nach Surány zurück. Dort arbeitete er zusammen mit seinem Vater und seinem jüngeren Bruder Endre als Schneider. Ihre Kund*innen waren größtenteils Angestellte in der großen Zuckerfabrik von Surány. In den 1930er Jahren nahmen sie einen Kredit auf und bauten ein Haus für die Familie.
1938 heiratete Sándor ein hübsches Mädchen aus Ungarn und 1941 wurde ihr Sohn János geboren. Ab 1943 ging alles schief. Sándors Schwester starb und hinterließ den Säugling Iván. Sándors Frau Hermin kümmerte sich neben ihrem Sohn János auch um Iván. Kurz darauf begann 1944 die Deportation der Jüd*innen aus diesem Gebiet, zuerst in eine Festung in Komárom, danach in das KZ Auschwitz. Zum Zeitpunkt ihrer Deportation waren Sándor 35 Jahre, seine Frau Hermin 30 Jahre, ihr Sohn János drei Jahre, der verwaiste Neffe Iván zwei Jahre sowie Sándors Vater 64 Jahre alt. Keiner von ihnen hat überlebt.
Dank der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wissen wir, dass Sándor Fleischman, der ein guter Sohn, Ehemann und Vater, ein großartiger Schneider und fortschrittlich denkender Mensch war, im Alter von nur 36 Jahren – in der Blüte seiner Jahre – in Gusen sein Leben verlor. Der Hass hat seine ganze Familie zerstört, ihn versklavt und umgebracht.
Jiřina Fleischmanová, Nichte
Position im Raum

