Gino Onofri 1903 - 1945

Geboren 14.7.1903 in Mercato Saraceno
Gestorben 9.2.1945 in Gusen

Biografie

41 Jahre, Elektriker, Verheiratet, Vater von drei Kindern. Geboren am 14. Juli 1903 in Mercato Saraceno (Forlì) und wohnhaft in Bologna. Mitglied des Partito Repubblicano, nach dem 8. September 1943 Wechsel zum Partito d’Azione. Von Beginn an Gegner des Faschismus; kämpfte gegen die Aggressionen der Squadristen. Sechsmal zusammengeschlagen und wegen der schweren Verletzungen in Lebensgefahr. Während des Regimes jahrelang arbeitslos, da er kein Mitglied des Partito Nazionale Fascista (PNF, Nationale Faschistische Partei) war. Eintritt als Intendant in die 8. Brigade der Giustizia e Libertà (GL, Gerechtigkeit und Freiheit) „Masia“. Sein Haus war ein Partisanen-Stützpunkt. Mitarbeit an der Errichtung der zweiten Druckerei des Partito d’Azione, die jedoch von den Faschisten entdeckt wurde, bevor sie in Produktion ging. 1944 Beitritt zum italienischen Roten Kreuz, um im Militärspital Marconi eine heimliche Krankenstube für die Partisanen zu organisieren. Am 4. September 1944 wurde er zusammen mit 22 weiteren Mitgliedern der 8. Brigade verhaftet, nachdem er von eingeschleusten Spionen verraten worden war. Am 19. September wurde er von einem außerordentlichen militärischen Kriegsgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er wurde jedoch den Deutschen übergeben und in Bozen interniert. Am 20. November wurde er in das Vernichtungslager Mauthausen deportiert. Er verstarb am 5. Februar 1945 im Außenlager Gusen. Er wurde in seiner Funktion als Leutnant als Partisan anerkannt. Sein operatives Wirken erstreckte sich vom 9. September 1943 bis zum 5. Februar 1945. Für seine Tätigkeit im Widerstand wurde ihm mit der nachstehenden Begründung die Silberne Tapferkeitsmedaille verliehen: „Er engagierte sich von Beginn an im Freiheitskampf und zeichnete sich als Organisator und tapferer Formationskommandant aus. Trotz Gefangennahme und Folter blieb er seiner Einstellung treu. Er wurde nach Deutschland in ein Konzentrationslager deportiert, wo er in den Reihen seiner Kameraden aktiv Propaganda machte. Seine konspirative Tätigkeit wurde jedoch aufgedeckt und er wurde vom Feind barbarisch getötet.“

Brief an die Ehefrau Candia vom 2. November 1944 aus dem Gefängnis San Giovanni in Monte in Bologna:

„Liebste Candia,

die zukünftigen Tage werden für dich viel schwerer sein als jene, die wir gemeinsam verbracht haben: Du wirst jetzt mit drei Kindern allein sein.

Ich lege dir insbesondere meine Kinder ans Herz, falls ich nicht mehr zurückkommen sollte: Sie sind das einzige, was uns bleibt. Versuche, sie mein Fehlen weniger spüren zu lassen.

Sei nicht so traurig, wenn ich nicht zurückkommen sollte. Ich bin heiter und ich erwarte unbekümmert den morgigen Tag. Ich weiß, dass ich für meine Sache aufrichtig gekämpft und mir nichts vorzuwerfen habe. Wenn ich noch ein weiteres Opfer bringen soll, bin ich wie immer bereit dazu.

Ich lege dir nochmals meine Kinder ans Herz.

Ich küsse dich. Dein Gino”

Enrica Cavina

INMSLI – Istituto Nazionale per la Storia del Movimento di Liberazione in Italia, Mailand

Position im Raum