Adolphe Lequitte 1921 - 1945
Geboren 13.8.1921 in Taupont
Gestorben 18.2.1945 in Gusen
Biografie
Adolphe Pierre Marie Lequitte wurde am 13. August 1921 in der Kleinstadt Taupont (Departement Morbihan) geboren. Er war der Sohn von Jean Marie François Lequitte (1895-1966) und Jeanne Marie Antoinette Marchand (1895-1956). Er arbeitete als Bäcker bei Frau Brunard in der Kleinstadt Loyat. Trotz seines Alters war Adolphe nicht vom Pflichtarbeitsdienst S.T.O. eingezogen worden, um in Deutschland zu arbeiten.
Am Abend des 17. Januar 1944 wurde der deutsche Gefreite Hammes in Guilliers (Departement Morbihan) durch einen Genickschuss getötet. Drei Tage später, am Donnerstag, dem 20. Januar, führte die deutsche Armee in Guilliers und den umliegenden Gemeinden, darunter Loyat, eine große Razzia durch.
500 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in Guilliers versammelt; 48 wurden ausgewählt, der damals 22-jährige Adolphe war darunter. Nachdem die 48 Männer vier Tage lange in der Schule von Moiron eingesperrt worden waren, wurden sie am Morgen des 25. Januar mit einem Zug über Rennes nach Compiègne gebracht, wo sie am Abend des 26. Januar ankamen. Adolphe wurde im Frontstalag 122 die Matrikelnummer 25908 zugeteilt. Die Häftlinge durften mit ihren Familien in Briefwechsel stehen und Pakete empfangen. Zwei Monate später begann die Fahrt ins Unbekannte. Der Konvoi vom 23. März 1944 brachte Fernand zusammen mit 39 weiteren, während der Razzia Verhafteten in Viehwaggons ins Konzentrationslager von Mauthausen (Österreich); die Fahrt endete am Morgen des 25. März. Im Eingangsregister des Konzentrationslagers ist folgender Eintrag zu lesen:
60166 Franz. Sch. Lequitte Adolphe 13.8.21 Bäcker Gusen 7/5.
Adolphe wurde am 9. Mai 1944 ins Konzentrationslager Gusen II überstellt, wo er neun Monate später, am 18. Februar 1945, im Alter von 23 Jahren starb.
Von der aus Guilliers stammenden Gruppe wurden insgesamt 20 Männer nach Gusen gebracht. Nur fünf kehrten in ihre Heimat zurück: Einer wurde am 28. April 1945 vom Internationalen Roten Kreuz nach Frankreich zurückgebracht, vier wurden am 5. Mai 1945 in Gusen befreit. Von den 43 am 20. Januar 1944 deportierten Männern haben nur 19 den Krieg überlebt.
Am 27. September 1946 erhielt Adolphe Lequitte die Auszeichnung Mort pour la France (Für Frankreich gestorben), und am 11. März 1953 wurde ihm der Titel Déporté politique (politischer Deportierter) zuteil. Nach dem Krieg wurde er als Widerstandskämpfer der Résistance anerkannt, weil seine Zugehörigkeit zur Résistance-Gruppe Vengeance bis zu seiner Verhaftung nachgewiesen werden konnte.
Armelle QUERBOUET ist die Tochter von Gabriel QUERBOUET, der in Mauthausen unter der Häftlingsnummer 60477 registriert worden war.
Quellen:
Amicale de Mauthausen (französischer Verein zur Erinnerung an die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen), III. Monument
SHD Caen (Service Historique de la Défense – Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 26P 1132
SHD Caen (Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) AC 21P 465671 politischer Deportierter
SHD Vincennes (Zentralarchiv des französischen Verteidigungsministeriums und der französischen Armee) GR 16 P 364806 Widerstandskämpfer der Résistance
Position im Raum

