Julius Westheim 1889 - 1942

Geboren 1.2.1889 in Frankfurt am Main
Gestorben 7.9.1942 in Mauthausen

Biografie

Julius und Gottfried Westheim waren Geschwister, Söhne von Calmann Westheim und Sara Westheim, geb. Sommer. Sie hatten noch eine Schwester Flora (Jg. 1892), der 1941 die Flucht in das US-amerikanische Exil gelang. Die Geschwister waren in der Eschersheimer Landstrasse 463 aufgewachsen. Die Eltern betrieben in der Goethestrasse 5 ein Handarbeitsgeschäft „C.Westheim-Sommer".

Julius Westheim war mit einer nichtjüdischen Frau verheiratet und hatte eine Tochter. Die Ehe wurde vor 1930 geschieden. Einige Tage vor seiner Deportation besuchte er seine christliche Verwandtschaft, um seine Tochter nochmals zu sehen.

Gottfried Westheim arbeitete seit 1915 als freier Makler an der Frankfurter Wertpapierbörse. Mit Schreiben vom 21. Juni 1938 entzog ihm der Börsenvorstand die Zulassung. Während der Novemberpogroms 1938 wurden Teile seines Wohnhauses und das Mobiliar in der Hochstrasse 32 zerstört. Durch die zwangsweise Entrichtung der „Judenvermögensabgabe" in Höhe von 60.750 Reichsmark und der Reichsfluchtsteuer in Höhe von 40.000 Reichsmark, sowie dem Abschluß eines „Heimeinkaufsvertrages" in Höhe von 55.190 Reichsmark, wurde Gottfried Westheim seines Vermögens beraubt. Gerade mit den Heimeinkaufsverträgen glaubten die Unterzeichneten, ihren Lebensabend in einem Altersheim in Theresienstadt zu finanzieren. Das Haus Hochstrasse 32 war sein Eigentum. Seine letzte Adresse war das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde in der Gagernstrasse 36.

Die Stolpersteine wurden initiiert von Frau Jehring, angeheiratete Nichte von Julius Westheim.

 

Quelle:

Stadt Frankfurt am Main, Stolperstein-Biographien im Dornbusch, Westheim, Gottfried und Julius | Stadt Frankfurt am Main [Zugriff: 28.08.2023]

Position im Raum