Tadeusz Cieśla 1923 - 1944 Bearbeiten
Geboren 2.5.1923 in Borek Nowy
Gestorben 6.4.1944 in Mauthausen
Biografie
Tadeusz Cieśla wurde im Dorf Borek Nowy im Landkreis Rzeszów als Kind einer Bauernfamilie geboren. Am 15. Februar 1940 kam er im Alter von 16 Jahren als Zwangsarbeit in den Kreis Miltenberg. Im März 1942 wurde er verhaftet, weil er intime Kontakte mit einem deutschen Mädchen gehabt haben soll. In seiner Aussage betonte er, dass sie die Initiative dazu ergriffen habe, denn ihm war das Verbot polnisch-deutscher intimer Kontakte bekannt. Seiner Meinung nach war es das 16-jährige deutsche Mädchen, das zuvor in einer Erziehungsanstalt eingesessen hatte, das ihn verführt hatte. Während des Verhörs gab das Mädchen lediglich zu, Tadeusz geküsst zu haben, und behauptete, er habe sie zu anderen Zärtlichkeiten gezwungen. Die Gestapo in Würzburg beantragte seine Inhaftierung in einem Konzentrationslager, die das RSHA im August 1942 genehmigte. Im Oktober desselben Jahres wurde Tadeusz einer rassischen Untersuchung unterzogen, die für den polnischen Zwangsarbeiter ungünstig ausfiel. In derselben Zeit beantragte Tadeusz' Arbeitgeber seine Entlassung aus dem Gefängnis, was die Gestapo ablehnte, und ihm empfahl, beim Arbeitsamt eine Ersatzarbeitskraft zu beantragen. Im November 1942 wurde Tadeusz ins Nürnberger Gefängnis überstellt und im Januar 1943 in das Konzentrationslager Flossenbürg. Über ein Jahr später, am 11. März 1944, wurde Tadeusz nach Mauthausen überstellt und fast sofort in das Sanitätslager gebracht, wo er drei Wochen später starb.
Dr. Katarzyna Woniak, Universität Augsburg (2025)
Quellen:
Bundesarchiv Ludwigsburg, B 162/20448, Personalakte von Tadeusz Cieśla
Arolsen Archives, 1.1.26/1396847, Personalakte von Tadeusz Cieśla
Dokumente:
Erfassungsfoto
Stellungnahme von Tadeusz Cieśla zu seiner KZ-Einweisung vom 4.6.1942