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Diego Biagini 1894 - 1944 Bearbeiten

Geboren 19.4.1894 in Prato
Gestorben 8.4.1944 in Mauthausen

Biografie

Diego Biagini war Antifaschist und hatte sich aus Überzeugung am Generalstreik Anfang März 1944 beteiligt, der in Prato und anderen Städten Italiens ausgerufen worden war. Das Resultat des Streiks waren zahlreiche Verhaftungen in ganz Italien. Diego Biagini wurde am 7. März 1944 verhaftet. Er war als Abteilungsleiter der Wollweberei in der Fabrik von Ettore Lucchesi angestellt und ein wahrer Experte in dieser Herstellungsart.

Als ihr Ehemann und Vater nicht nach Hause kam, machten sich die zuvor nach Calenzano (Florenz) evakuierten Familienangehörigen in die Stadt auf, konnten jedoch nichts über sein Schicksal in Erfahrung bringen. Später erfuhren sie nur, dass er „in einem Zug voller Menschen losgefahren sei". Es war eine hart geprüfte Familie (mit vier Kindern), deren Haus am selben Tag noch infolge eines heftigen Bombenangriffs der Alliierten völlig zerstört wurde.

Wenige Monate später schickten die Nationalsozialisten im Namen des Befehlshabers der Sicherheitspolizei, Außenstelle Florenz, einen zweisprachigen Brief, datiert vom 13. Juni 1944, an Diegos Ehefrau Natalina Biagini: „Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Ehemann Diego Biagini, geb. am 19. März 1894 in Prato, am 8. April 1944 auf seiner Arbeitsstelle in Deutschland durch Feindeinwirkung verstorben ist. Dieses Schreiben gilt zugleich als Totenschein gegenüber den italienischen Behörden.“

Biagini war zwar an jenem Tag, nicht einmal einen Monat nach seiner Ankunft, im Sanitätslager von Mauthausen gestorben; es ist jedoch auszuschließen, dass dies aufgrund von „Feindeinwirkung“ geschah, eher infolge der schrecklichen Bedingungen und der alltäglichen Gewalt im Lager.

Nach der Ermordung von Gino Gelli in den versiegelten Waggons, die die Deportierten nach Mauthausen brachten, war Diego Biagini der erste der Gruppe aus Prato, der im Lager starb, und seine Familie war die einzige, die eine offizielle Benachrichtigung erhielt.

Sein Sohn Giancarlo, der zum Zeitpunkt der Verhaftung seines Vaters 13 Jahre alt war, ist der derzeitige Präsident der Prateser Sektion der Associazione nazionale ex deportati nei campi nazisti (ANED).

Camilla Brunelli

Museo della Deportazione e Resistenza, Prato

 

Camilla Brunelli ist Direktorin des Museo della Deportazione e Resistenza, Prato, und Mitglied der Associazione nazionale ex deportati (ANED), Sektion Prato.

 

Quellen:

Familie Biagini.

Literatur:

Camilla Brunelli (Hg.): Fondazione Museo e Centro di documentazione della Deportazione e Resistenza, Museumskatalog (Prato 2010).

Giovanna D’Amico/Giovanni Villari/Francesco Cassata (Hg.): Il libro dei deportati. I deportati politici 1943–1945, Band I (Mailand 2009), Forschungsarbeit unter der Leitung von Brunello Mantelli, Nicola Tranfaglia, gefördert von der ANED.

Michele Di Sabato: Il sacrificio di Prato sull’ara del Terzo Reich (Livorno 1987).

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