Bronisław Warczak 1922 - 1944 Bearbeiten
Geboren 25.3.1922 in Struga
Gestorben 9.5.1944 in Ebensee
Biografie
Im August 1943 wurde Bronisław in der Mühle verhaftet, in der er als Müller arbeitete. Er hatte sieben Geschwister. Seine gesamte Familie (Eltern und alle Geschwister mit Ausnahme seines Bruders Antoni) wurde an diesem Tag verhaftet und an verschiedene Orte gebracht. Sein Vater Józef war der Einzige im Dorf, der die sogenannte Volksliste nicht unterzeichnet hatte. Als Schuhmacher hatte er auch Schuhe für die polnischen Partisanen repariert und seine Frau Anna versorgte die Partisanen oft mit Essen. Laut Familie waren es Nachbarn, die Józef bei den deutschen Behörden denunzierten. Anna und zwei Töchter (Lidia und Helena) wurden in das Lager Potulice (ein deutsches Arbeitslager nahe Nakło, Woiwodschaft Kujawien-Pommern) überstellt. Bronisławs Brüder Piotr und Franciszek wurden in das deutsche Lager Trampenau (Trampowo nahe Nowy Staw, jetzt Woiwodschaft Pommern) gebracht. Antoni, der Bruder, dem die Flucht gelang, stellte sich den Behörden, da die Nazis andernfalls drohten, seine Mutter und seine Schwestern zu töten. Wegen seiner Unterstützung der Partisanen wurde er in das deutsche KZ Stutthof (Sztutowo, nahe Nowy Dwór Gdański, Woiwodschaft Pommern) deportiert.
Bronislaws Vater Józef (geb. 19. Jänner 1885 in Ostrowite) wurde am 29. November 1943 im Gefängnis Neubau in Königsberg für seine Kollaboration mit den Partisanen gegen das „Dritte Reich“ durch Enthauptung mit einer Guillotine hingerichtet. Leider haben wir den Brief mit der schriftlichen Benachrichtigung über seine Hinrichtung nicht mehr. Die Familie dürfte ein solches Schreiben erhalten haben, aber dieses ist nicht mehr auffindbar. Die Bewohner von Struga konnten sich aber an diese Geschichte erinnern, da sie offensichtlich als Warnung gedacht war und die Menschen davon abhalten sollte, die Partisanen zu unterstützen.
Elżbieta Fikus, Mitglied der Familie (2024)