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Johann Wisiorek 1891 - 1945 Bearbeiten

Geboren 19.9.1891 in Kopciowice
Gestorben 2.5.1945 in Ebensee

Biografie

Johann Wisiorek war der Vater von Cecylia Wisiorek. Cecylia wurde in Auschwitz ermordet, nachdem sie für die Herausgabe der Zeitung Braciom na otuchę zu Lagerhaft verurteilt worden war. Ihr Vater Johann Wisiorek wurde wegen ihr nach Ebensee deportiert.

Magda, Enkelin (2017)

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Jan (Johann) Wisiorek

Jan Wisiorek wurde am 19. September 1891 in Kopciowice als Sohn von Jan und Anna, geborene Jonkisch, geboren. Er war von Beruf Eisenbahner; nach seiner Beförderung zum Oberzugschaffner zog er mit seiner Familie von Chełm Wielki nach Mysłowice in die Katowicka-Straße 6.

Er war im Untergrund als Kurier für die Widerstandsschrift „Braciom na otuchę“ (Den Brüdern zur Ermutigung) im Einsatz. Die Schrift wurde konspirativ in seinem Gartenhaus auf eigenen Parzellengrundstück gedruckt, wo seine Tochter Cecylia als Mitredakteurin wirkte.

Am 4. März 1943 wurde er verhaftet und vier Tage später vom Gefängnis in Mysłowice in das KL Auschwitz überführt. Anfang Januar 1945 kam er in das Konzentrationslager Mauthausen, wo er am 2. Mai 1945 im Außenlager Ebensee verstarb. Seine Häftlingsnummer im KL Mauthausen lautete 119443.

Familie

• Ehefrau: Julia, geb. Kubica

• Kinder:

    • Cecylia: geb. 18.01.1915, Lehrerin, ermordet an der Todeswand (Block 11) im KL Auschwitz am 25. Januar 1943.

    • Jan Franciszek: geb. 12.08.1918, Pilot der polnischen Luftstreitkräfte, Hauptmann der RAF (Flight Lieutenant Royal Air Force) in Großbritannien, 

       verstarb im Exil.

    • Gertruda: verstarb 1986 in Katowice-Piotrowice.

Quellenverzeichnis:

1. https://zadb.mauthausen-memorial.org

2. ofiary.auschwitz.org/victims?pattern=Wisiorek

3. straty.pl – Akten des Instituts für Nationales Gedenken (IPN)

4. https://archiwum.archidiecezjakatowicka.pl

5. Lista Krzystka – Polnische Luftstreitkräfte in Großbritannien 1940–1947

6. Archiv der Erzdiözese Kattowitz 

7. Grundschule Nr. 2 in Chełm Śląski: Gedenktafel mit den Namen der Redakteure und Kuriere der Widerstandsschrift „Braciom na otuchę“.

 

Franciszek Penczek (2026)

 

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Cecylia Wisiorek

Cecylia Wisiorek wurde am 18. Januar 1915 in Groß Chelm (seit 1922 Chełm Wielki) als Tochter des Eisenbahners Jan Wisiorek und seiner Frau Julia (geb. Kubica) geboren. Zu Beginn lebte die Familie im Ortsteil Błędów in Chełm, zog jedoch nach einigen Jahren nach Mysłowice in die Katowicka-Straße um. Cecylia hatte zwei Geschwister: eine jüngere Schwester, Gertruda, und einen Bruder, Jan, der während des Zweiten Weltkriegs als Pilot der polnischen Streitkräfte in Großbritannien diente. 

Nach einem einjährigen Studium an den Schlesischen Technisch-Wissenschaftlichen Werken in Katowice wechselte sie an das Lehrerinnenseminar in Krakau und wohnte im Internat des Maria-Instituts. In ihrem vierten und letzten Studienjahr erkrankte sie an einer Lungenentzündung, woraufhin sie ihre Ausbildung unterbrechen musste. Nach einer mehrmonatigen Genesungszeit setzte sie ihr Studium am Staatlichen Maria-Konopnicka-Lehrerinnenseminar in Sosnowiec fort, das sie 1936 abschloss. 

Nach einem Jahr Tätigkeit an einer Volksschule in Słupna wurde sie 1938 als Vertragslehrerin an der Grundschule im Mysłowicer Stadtteil Larysz angestellt, wo sie auch eine Pfadfindergruppe leitete. Ende 1939 schloss sie sich gemeinsam mit einer Gruppe junger Lehrer – Absolventen des Lehrerseminars in Mysłowice – dem Widerstand an. 

Ab 1940 redigierte und verbreitete Cecylia zusammen mit Florian Adamski, Wilhelm Met und Franciszek Roj die Widerstandsschrift „Braciom na otuchę“ (Den Brüdern zur Ermutigung), die auf dem Gartengrundstück ihrer Eltern gedruckt wurde. Die Idee für den Titel stammte von der Inschrift am Grunwald-Denkmal in Krakau. 

Im Sommer 1942 wurde die gesamte Gruppe verhaftet und im Gefängnis von Mysłowice inhaftiert. Am 25. Januar 1943 wurde Cecylia zusammen mit Florian und Wilhelm in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie noch am selben Tag durch ein nationalsozialistisches Sondergericht zum Tode verurteilt wurden. Sie wurden an der Todeswand im Hof von Block 11 erschossen. Franciszek Roj teilte ihr Schicksal neun Monate später, am 22. Oktober 1943. 

Cecylias Vater, Jan Wisiorek, wurde im März 1943 aufgrund der Widerstandstätigkeit seiner Tochter verhaftet und starb am 2. Mai 1945 im Konzentrationslager Mauthausen/Ebensee.  

Um ihr Andenken zu ehren, trägt die Grundschule Nr. 2 in Chełm Śląski den Namen von Florian Adamski sowie der Redaktionsgruppe der Widerstandsschrift „Braciom na otuchę“ (Den Brüdern zur Ermutigung): Cecylia Wisiorek, Wilhelm Met, Franciszek Roj sowie deren Kuriere, unter anderem ihr Vater Jan Wisiorek.

Quellenverzeichnis: 

1. Nikiel, Wincencja. „Wspomnienia“. In: Blok Śmierci. Wspomnienia więźniów Bloku nr 11 w KL Auschwitz, Red. Franciszek Piper, Oświęcim: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 1983. 

2. Franciszek Penczek. „Tajna gazetka“ [Die Widerstandsschrift]. Ekspress Reporterów KAW, Juni 1984. 

3. ofiary.auschwitz.org/victims?pattern=Wisiorek 

4. straty.pl (IPN-Akten). 

5. archiwum.archidiecezjakatowicka.pl

6. Życie Mysłowic Nr. 14-15-16, 1991/92. 

 

Franciszek Penczek (2026)

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Jan Franciszek Wisiorek

wurde am 12. August 1918 in Chełm Wielki (Groß Helm) geboren. Um das Jahr 1925 zog seine Familie – Vater Jan, Mutter Julia (geb. Kubica) sowie die Schwestern Cecylia (die ältere) und Gertruda (die jüngere) – nach Mysłowice um, wo sie in der Katowicka-Straße 6 wohnten.

Nach dem Abschluss von fünf Klassen an der Übungsschule des Staatlichen Männer-Lehrerseminars in Mysłowice setzte er seine Ausbildung am Staatlichen Jungen-Gymnasium fort, wo er am 28. Mai 1937 in einer Klasse mit klassischem Profil sein Abitur ablegte. Im Sommer 1936 absolvierte er in Ustjanowa einen Segelflugkurs und erwarb die Piloten-Kategorie B. Unmittelbar nach der Abitur nahm er vom 1. Juli bis 18. August 1937 an einem Lager der Luftwaffenvorausbildung in Kattowitz teil.

Am 20. September 1937 trat er als Freiwilliger in die Armee ein. Nach Abschluss der Grundausbildung an der Offiziersanwärterschule der Artillerie in Włodzimierz Wołyński wurde er am 3. Januar 1938 an die Offiziersanwärterschule der Luftwaffenreserve in Radom aufgenommen, wo er die Ausbildung zum Kampfpiloten auf den Typen PWS-14/16, PWS-26 und RWD-8 absolvierte. Er schloss die Schule am 15. September 1938 im Rang eines Korporal-Offiziersanwärters mit der Note „gut“ ab und erhielt eine Zuteilung zum 2. Luftregiment in Krakau, von wo er eine Woche später – wie im Programm der Luftwaffenreserveschule vorgesehen – in die Reserve entlassen wurde. Bis zu seiner Einberufung zu Übungen der Trainingsstaffel seines Stammregiments vom 22. Juni bis 1. August 1939 arbeitete er als Praktikant im Finanzamt von Mysłowice.

Mit dem Mobilmachungsbefehl vom 30. August 1939 wurde er der Ersatzstaffel des 2. Luftregiments zugeteilt, von der er am 12. September zum Transport von Flugzeugen abkommandiert wurde. Am 17. September überquerte er auf Befehl von Leutnant Plenkiewicz in einer Gruppe von fünf Maschinen die polnisch-rumänische Grenze bei Śniatyn. Am 21. September erreichte er Bukarest, wo er im polnischen Konsulat einen Reisepass erhielt, und gelangte über Eforie in einer von Hauptmann Jaworski angeführten Gruppe am 12. Oktober nach Baltschik. Drei Tage später schiffte er sich zusammen mit rund 700 polnischen Fliegern auf der „Ajos Nikolaos“ ein und erreichte über Beirut auf dem Schiff „Ville de Strasbourg“ am 29. Oktober Marseille. Am nächsten Tag wurden sie per Lastwagen in die Kasernen der französischen Luftwaffenbasis Istres gebracht, von wo er am 21. Dezember nach Lyon-Bron versetzt wurde, dem Sammelpunkt für die sich formierenden polnischen Luftstreitkräfte in Frankreich. Zuvor war er am 1. November 1939 zum Leutnant befördert worden. Anfang 1940 übernahm er im Luftwaffenausbildungszentrum in Lyon das Kommando über eine Ersatzstaffel.

Im Juni begab er sich während eines kurzen Urlaubs zusammen mit Leutnant Henryk Knapik nach Saint-Vallier zur Hochzeit von Leutnant Ryszard Figura mit Helena Bula, der Tochter eines polnischen Bergmanns. Die Feier fand am 15. Juni in dieser Bergarbeitersiedlung statt, die etwa 150 km von Lyon entfernt lag und eine große polnische Gemeinde beherbergte. Dort erreichten sie die Nachrichten vom Fall von Paris und der vorrückenden deutschen Offensive. Da sie die Evakuierung aus Lyon nicht mehr rechtzeitig erreichten, schlugen sie sich im wachsenden Chaos mit verschiedenen, oft improvisierten Transportmitteln nach Süden zum etwa 450 km entfernten Flugplatz Saint-Affrique durch, um Anschluss an die evakuierten polnischen Einheiten zu finden. Leider kamen sie zu spät – auch für den letzten Evakuierungstransport aus dem 250 km entfernten Port-Vendres am Mittelmeer. Mit Hilfe der polnischen Konsulate in Toulouse und Barcelona gelang es ihm, Ende August über Madrid nach Lissabon zu kommen, von wo er mit Unterstützung des britischen Luftattachés per Schiff nach Großbritannien gelangte.

In der RAF-Basis Blackpool wurde er am 5. September 1940 unter der Nummer P-1303 registriert. Die Umschulung auf britisches Gerät begann er am 10. März 1941 in der 1. Polnischen Flugschule in Hucknall. Dort wurde ihm gemäß dem polnisch-britischen Militärabkommen der Rang eines Pilot Officer bestätigt. Ab dem 7. April 1941 setzte er seine Gefechtsausbildung in der 55. Operational Training Unit in Usworth fort. Am 26. Mai 1941 wurde er der 253. Staffel „Hyderabad“ (Hawker Hurricane) auf den Orkney-Inseln zugeteilt. Einen Monat später, am 12. Juli 1941, begann er seinen Dienst in der 308. Staffel „Krakowska“ (Spitfire Mk II). Im August 1941 wurde er zum 11 Group Anti-Aircraft Cooperation Flight versetzt, einer Einheit zur Unterstützung der Flugabwehr-Ausbildung, in der er unter anderem Ziele für die Artillerie schleppte. Am 1. September 1941 wurde er zum Oberleutnant (Flying Officer) befördert. Zwischen August und Oktober 1942 war er hospitalisiert. Am 15. Oktober 1942 trat er seinen Dienst in der 317. Jagdstaffel „Wileńska“ an, wo er am 1. März 1943 zum Flight Lieutenant ernannt wurde. Am 9. Januar 1944 wurde er zur Fluglehrerausbildung nach Newton geschickt, aufgrund eines Überangebots an Kandidaten jedoch im April zur 8. Air Gunners School in Evanton versetzt, wo er als Zielschlepper für die Schießübungen der Bordschützen fungierte. Von Juni 1944 bis zum 21. August 1945 diente er in der 306. Staffel „Toruńska“ (Mustang Mk III). Danach absolvierte er bis Januar 1946 einen Instrukteurskurs in Newton. Am 12. Juni 1946 wurde er zur 4. Polnischen Kadereinheit und im November zur 5. Polnischen Anpassungs- und Stationierungseinheit versetzt.

Am 15. November 1948 wurde er demobilisiert.

Während seines Dienstes absolvierte er über 100 Kampfflüge (255 Flugstunden), davon 101 operative Einsätze (145 Stunden). Sein Trainings-Flugstundenkontingent betrug 761 Stunden, davon 31 bei Nacht. Er erzielte drei V1-Abschüsse: am 16. August 1944 (einen geteilten und einen alleinigen) sowie am 28. August 1944. Er wurde dreimal mit dem Tapferkeitskreuz ausgezeichnet.

Am 21. Februar 1948 heiratete er Anne Peggy Wooding. Er lebte mit seiner Familie in Washbrook bei Ipswich und arbeitete als stellvertretender Bezirksleiter einer Versicherung. Am 6. April 1957 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an. Seine Söhne waren Paul J. (geb. 1952), Stephen R. (1953 geboren und verstorben) und Andrew G. (geb. 1954).

Nach 1957 finden sich keine weiteren Informationen über ihn.

Seine ältere Schwester Cecylia, Mitherausgeberin der Widerstandsschrift „Braciom na otuchę“, wurde am 25. Januar 1945 im KL Auschwitz erschossen.

Sein Vater Jan, ein Verteiler derselben Schrift, starb am 2. Mai 1945 im KL Mauthausen/Ebensee.

 

Quellen:

Fotografie: Aus der Sammlung von Herrn Wojtek Matusiak.

W. Matusiak/W. Zmyślony: „Święty Mikołaj w październiku“ (Der Nikolaus im Oktober), online unter: http://fhlp.org/konferencja/flipbook/idzie-nowe/.

Dokumente: Aus dem Archiv von W. Matusiak.

Polnisches Institut und Sikorski-Museum, London.

Manuskript des Tagebuchs von H. Knapik, S. 13–15, zur Verfügung gestellt von W. Zmyślony.

The Hold – Suffolk Archives, Ipswich.

The National Archives (TNA) – Kew, London.

Polnische Katholische Mission, Ipswich.

The London Gazette vom 18.06.1957. 

Headquarters Military Secretary, Disclosures 5 (Polish), MP 527: Militärische Personalakte (Service Record) P-1303_WISIOREK J.

 

Franciszek Penczek (2026)

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Franciszek Penczek, der Autor der Biografien von Jan Wisiorek und dessen Tochter Cecylia und dessen Sohn Jan Franciszek Wisiorek, bittet Familienangehörige um Kontaktaufnahme über die E-Mail-Adresse: gedenkbuch@mauthausen-memorial.org.   

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