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Mario Vanzati 1911 - 1944 Bearbeiten

Geboren 27.8.1911 in Nova Milanese
Gestorben 15.5.1944 in Ebensee

Biografie

Mario Vanzati wurde am 27. August 1911 in Nova Milanese geboren. Er war eine der Seelen des Widerstands in dieser Stadt. Die ersten Partisanenversammlungen in der Gegend fanden in seinem Viehstall und Bauernhof auf dem Weg nach Desio statt, wo auch Waffen verborgen waren. Der Anführer der kleinen Widerstandsgruppe in Nova Milanese (Celeste Ghezzi) wurde von der mailändischen Führung der Brigate Garibaldi um Menschen gebeten, die in die GAP (Gruppi di Azione Patriottica) eingebunden werden sollten, um einige verhaftete Mitglieder zu ersetzen. Mario Vanzati wurde dafür vorgeschlagen, und er nahm die Herausforderung nach mühsamer Überwindung seiner Ängste und Unentschlossenheit an. Er beteiligte sich an verschiedenen Aktionen gegen die nazifaschistischen Verbindungswege. Seine Militanz in der GAP endete wegen eines erpressten Ex-Partisanen, der der anderen Fraktion beigetreten war. Ihm wurde die Falle während der Vorbereitung eines Attentats gegen einen faschistischen Parteileiter in der Mailänder Arena gestellt, wo er als Hintermann tätig war. Er wurde also festgenommen und im Hauptsitz der Legione Muti in der Rovello Straße verhört und geschlagen. Danach wurde er nach Fossoli verschleppt, wo der am 8. März 1944 aus Florenz abgefahrene Konvoi anhielt; am 11. März 1944 erreichte dieser Zug mit 597 Deportierten, Mauthausen. Nachdem er die Häftlingsnummer 57460 zugewiesen bekommen hatte, wurde Mario sofort in das Außenlager Ebensee gebracht. Hier wurde er als Zwangsarbeiter für den unterirdischen Tunnelbau im Rahmen des Projekts Zement ausgebeutet, mit dem die SS betraut war. In diesen unterirdischen Anlagen hätte das Entwicklungs- und Produktionszentrum der Rakete V1 entstehen sollen. Kriegsnotfälle verleiteten aber den Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, diese schon gebauten Tunnel für die Produktion von dringlicherem Material zu benutzen, besonders Kugellager und Treibstoff.

Kälte, Hunger und Misshandlungen führten zum Tod von Mario Vanzati. Es war der 15. Mai 1944, die Periode der Grabungen. Er war einer der ersten aus Brianza deportierten Menschen, die aus dem Leben schieden. Sein Name erscheint in dem Mauthausen Totenbuch und er wird auch von Vincenzo Pappalettera in seinem nach der Befreiung von dem Mauthausen Gebiet kompilierte Liste erwähnt: „Mario Vanzati, aus Nova Milanese, 34 Jahre alt, am 15. Mai 1944 in Ebensee gestorben“.

Quelle und Autor:

Arienti, Pietro, Dalla Brianza ai lager del Terzo Reich. La deportazione verso la Germania nazista di partigiani, oppositori politici, operai, ebrei. Il caso dei lavoratori coatti (Bellavite, 2011)

Der Text wurde übersetzt und gesendet von Gaia Uggeri aus Nova Milanese.

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