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Bertha Brauer Bearbeiten

Geboren 8.5.1905 in Tost / Toszek
Gestorben 1945 in Mauthausen

Biografie

Die deutsche Jüdin Bertha Brauer, geborene Aschner wurde am achten Mai 1899 in Tost geboren. Sie war die Tochter von Isidor und Rosa. Während des Krieges lebte sie mit ihrer Familie in Mannheim und zuletzt in Hamburg. Mit Ehemann Georg (*1889 Kattowitz – 1944)1 und ihren Kindern Charlotte (*1921 Kattowitz) und Günther (*1925 Hindenburg – 1944 Kaufering)2 wurde sie im Juli 1942 in das böhmische Ghetto Theresienstadt (Terezin) deportiert. Von dort wurde sie am vierten Oktober 1944 mit ihrer Tochter nach Auschwitz-Birkenau abtransportiert. Nach überstandener Selektion und Unterbringung im Durchgangslager wurden beide zur Zwangsarbeit für die Arado-Flugzeugwerke im sächsischen Freiberg ausgewählt. In den Flossenbürger Nummernbüchern ist Bertha Brauer mit geschöntem Geburtsjahr 1905 registriert, um altersbedingt als arbeitstauglich zu gelten. Ihr wurde die Häftlingsnummer 53968 des KZ Flossenbürg, zu dem das Außenlager Freiberg gehörte, zugewiesen.3 Hier arbeitete sie bis zum 14. April 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie und wurde dann mit Bahntransport ins KZ Mauthausen evakuiert, wo sie und ihre Tochter Lotte am fünften Mai die Befreiung durch die Amerikaner miterlebten. Dokumentarisch ist Bertha Brauer zuletzt auf einer Kranken- oder Befreitenliste deutscher Frauen des KZ Mauthausen vom 22. Mai 1945 nachweisbar.4 Wie dem Gedenkblatt5 ihrer überlebenden Tochter Charlotte Prochazka aus Los Angeles von 1974 zu entnehmen ist, kam Bertha Brauer aber noch in Mauthausen ums Leben. Auch Bertas Bruder Gottfried Aschner reichte aus New Jersey ein Gedenkblatt6 für seine in Mauthausen verstorbene Schwester ein.

Im Gedenkbuch der Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 herausgegeben vom deutschen Bundesarchiv und im Theresienstädter Gedenkbuch gelten bzw. galten Mutter und Tochter lange Zeit fälschlicherweise beide als verstorben oder verschollen. Ein Portraitfoto von Bertha Brauer ist leider nicht überliefert. Die genauen Todesumstände sind unbekannt und sind den Gedenkblättern ihrer Angehörigen nicht zu entnehmen.

 

Pascal Cziborra:
Bielefelder Autor und Historiker mit den Forschungsschwerpunkten KZ Flossenbürg und Frauen im Holocaust. 1981 in Chemnitz geboren. 1987 Ausreise in die BRD. 2000 Abitur in Herford. 2006 Magister Artium an der Universität Bielefeld. Diverse belletristische und wissenschaftliche Publikationen seit 2001.

 

1 Vgl. Yad Vashem, Page of Testimony – Item ID : 8802393

2 Vgl. Yad Vashem, Page of Testimony – Item ID : 5639894, 616834

3 Vgl. Pascal Cziborra. KZ Freiberg

4 AMM Y 49 (Mikrofilmkopie Archives Nationales Fontainebleu)

5 Yad Vashem, Page of Testimony – Item ID : 5639892

6 Yad Vashem, Page of Testimony – Item ID : 5639891

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