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Mario Sterle 1908 - 1945 Bearbeiten

Geboren 7.3.1908 in Umago
Gestorben 13.3.1945 in Melk

Biografie

Mario Sterle wurde 1908 in Umag in Istrien geboren, das damals zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte. Er wuchs in einer einfachen Familie auf, die sehr mit dem Land und dem Meer verbunden war. Seine Jugend war von tiefgreifenden politischen und kulturellen Umwälzungen gekennzeichnet: Der Zusammenbruch der Monarchie, die neue Zugehörigkeit zu Italien und die wachsenden Spannungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mario war für seinen starken Charakter und seine tiefe Ehrlichkeit bekannt. Er lebte in einer Grenzregion, in der verschiedene Sprachen, Kulturen und Identitäten aufeinandertrafen. Sein Familien- und Gemeinschaftsleben spiegelte die Realität des ländlichen Istriens wider, die von der tagtäglichen Arbeit, Opfern und einem starken Zugehörigkeitsgefühl geprägt war.

Mit dem Aufkommen des faschistischen Regimes und später der Besetzung durch die Nazis wurde Istrien von Gewalt, Verfolgung und Unterdrückung erschüttert. In diesem Zusammenhang wurde Mario Sterle verhaftet und deportiert. Die traurigste Erinnerung an diesen Tag hat sich tief in das Gedächtnis der Tochter (meine heute 90-jährige Großmutter, die noch am Leben ist), die damals erst neun Jahre alt war, eingebrannt. Sie hütete Schafe in der Nähe von Križine (Umag), als sie sah, wie ihr Vater von Soldaten auf einem Lastwagen fortgebracht wurde. Das Mädchen lief verzweifelt hinter dem Fahrzeug her, aber ohne Erfolg. Das war das letzte Mal, dass sie ihren Vater sah.

Am 30. November 1944 wurde Mario von der Risiera di San Sabba in Triest – dieses Lager erreichte traurige Berühmtheit, weil es das einzige Nazi-Lager in Italien war, das einen Krematoriumsofen hatte – in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Laut den Aufzeichnungen wurde er als „Schutzhäftling“ eingestuft, eine Definition, die in Wirklichkeit politische Verfolgung ohne Prozess oder Rechtssicherheit bedeutete. Nach einigen Tagen in Quarantäne kam er am 5. Dezember 1944 in das Außenlager Melk („Quarz“), einer der härtesten Orte im Lagersystem Mauthausen-Gusen, wo die Häftlinge zu kräftezehrender Zwangsarbeit in den unterirdischen Stollenanlagen gezwungen wurden.

Die Lebensbedingungen waren unmenschlich: Hunger, Krankheit, Kälte und ständige Gewalt. In dieser Hölle verlor Mario Sterle am 13. März 1945 sein Leben. Die offizielle, in den Registern angeführte Todesursache lautet: „akute Herzschwäche – Collaps“, eine Bezeichnung, die oft verwendet wurde, um die wahre Brutalität der Ermordungen zu verschleiern.

Das Andenken an ihn lebt heute nicht nur in den Dokumenten der Archive weiter, sondern vor allem in der Zuneigung seiner Nachkommen und dem Willen, seine Geschichte zu erzählen.

Mario Sterle ist nicht nur ein Opfer ohne Gesicht: Er ist ein Mann, ein Sohn, ein Vater und Mitglied einer Gemeinschaft, dessen Leben von der Barbarei der Nazis zerstört wurde. An ihn zu erinnern bedeutet weiterhin das Andenken und die Werte der Freiheit und der Gerechtigkeit zu verteidigen, für die er und viele andere gelitten und ihr Leben verloren haben.

 

Matteo Pompilio, Urenkel (2025)

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