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Стево Николић / Stevo Nikolić 1922 - 1945 Bearbeiten

Geboren 13.8.1922 in Vlasotince
Gestorben 12.4.1945 in Mauthausen

Biografie

Stevan Nikolić wurde am 13. August 1922 in Vlasotince, im Bezirk Jablanica geboren.

Vor der Besetzung Serbiens war er Schüler des Zweiten Männergymnasiums in Belgrad und Mitglied des Bundes der kommunistischen Jugend Jugoslawiens. Er wurde im Frühjahr 1942, als bei einer großangelegten Aktion die kommunistische Partei- und Jugendorganisation ausgehoben wurde, verhaftet. Nach den Polizeiermittlungen wurde er Ende Oktober desselben Jahres wegen seiner Betätigung innerhalb der Jungkommunisten verhaftet und in die Umerziehungsanstalt in Smederevska Palanka eingewiesen.

Bei Ermittlungen im Frühjahr 1943 wurde festgestellt, dass er mit Konspiranten in der Umerziehungsanstalt, die einen Ausbruchsversuch planten, in Verbindung stand. Er vermittelte den Eindruck eines gefestigten Kommunisten, auf den die Umerziehung keinerlei Wirkung hatte, so dass er aus der Gesellschaft ausgesondert werden sollte. Noch bevor der Komplott aufgedeckt wurde, verbrachte er drei Wochen im Anstaltsgefängnis, da er in der Ambulanz ein kommunistisches und revolutionäres Lied (Mitrovačka) politischer Gefangener aus der Vorkriegszeit gesungen hatte. Vom Haftraum aus sprach er durch das Fenster mit einem anderen Insassen über den Ausbruchsversuch. Er hatte erfahren, dass Partisanen in der Nähe waren, und sie mutmaßten, ob diese das Gefängnis stürmen würden. Unentschlossen verwarfen sie dennoch den Gedanken an eine Flucht, da sie fürchteten, dass ihre Eltern als Geiseln in ein Konzentrationslager gebracht werden könnten. Hätte das Anstaltsarchiv in Asche gelegt werden können, hätte Stevnik einer Flucht zugestimmt. Dieser als „Putsch“ bezeichnete Versuch zu flüchten und sich der Kosmaj-Partisanen-Einheit anzuschließen, kam nicht zustande. Jemand denunzierte sie. Der Epilog war tragisch. In Jajinci wurden einige der Jugendlichen, die als Organisatoren der Flucht galten, erschossen. Einige andere wurden in das Konzentrationslager Banjica gebracht. Unter ihnen befand sich auch Stevnik. Im Mai 1943 wurde er als Straftäter der III. Kategorie im Raum 65, der für diese Kategorie Straffälliger bestimmt war, die geringerer Straftaten wie des Umgehens der Ablieferungspflicht von Getreide und Vieh an die Deutschen bezichtigt wurden, auf ein Jahr inhaftiert. Jeder der Häftlinge hatte seine Bürde zu tragen. Stevnik trug die Bürde des Bangens um seine Familie, insbesondere um seine Mutter. Aus Angst, dass sie für seine Handlungen einstehen müssen, wog er sorgsam all seine Entscheidungen ab.

Das Leben in den Gefängniszellen, sofern es eines gab, war sehr bescheiden. Der Kontakt zu anderen Häftlingen, neuen und alten Bekannten, war erlaubt. Jeder versuchte seinen Platz im Kreise jener zu finden, mit denen er gemeinsam weitere Bewährungsproben durchstehen wollte. So bildeten sich Gruppen, die Essen, Furcht und Freude miteinander teilten. Stevnik war ein junger Mann heiteren Gemütes, mit einer jugendlichen Neigung zu Späßen und Streichen, der immer als erster auf Anhieb für die im Lager üblichen Geschicklichkeits-, Kraft- und Ratespiele zu haben war. Er war malerisch begabt. Vor und während seiner Haft im Konzentrationslager Banjica fertigte er mehrere Zeichnungen und Porträts an. Den Häftlingen wurde jedoch in Mauthausen alles, was sie mitbrachten, von den Nazis abgenommen.

Im Sommer 1944 wurde er vor der Befreiung Serbiens mit einem der letzten Massentransporte nach Österreich, in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert, wo ihm die Nummer 96639 zugewiesen wurde. Anschließend war er im Konzentrationslager Gusen und wurde später wieder in das Revier des Zentrallagers rücküberstellt, wo er in Block 2 untergebracht wurde und einigen seiner Freunde aus dem Konzentrationslager Banjica wiederbegegnen konnte. Schließlich erkrankte er an Tuberkulose und war nur mehr ein Schatten seiner selbst, fast nicht mehr wiederzuerkennen, atmete schwer, lag gegen Ende seines Lebens nur noch regungslos da und wiederholte im Dämmerzustand immer wieder, wie sehr er seine Mutter, die er nie mehr sehen würde, liebt. Es plagte ihn die Sorge, dass er sterben und sie zurücklassen würde. Seine Kameraden holten Dr. Sveta Živković, damit er ihn untersucht. Nach der Untersuchung schüttelte dieser nur den Kopf und gab zu verstehen, dass Stevnik nicht mehr geholfen werden könne. Er starb am 12. April 1945.

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