Wincenty Pioch 1892 - 1941 Bearbeiten
Geboren 28.2.1892 in Orle
Gestorben 7.4.1941 in Gusen
Biografie
Wincenty Piochs Eltern waren Wojciech und Katarzyna Szwak; er wurde am 28. Februar 1892 in Orle (Międzychód PL – Beschluss des Staatsrates Nr. 12.31-0.1063 vom 31. Dezember 1958) geboren.
Wincenty Pioch nahm nach seiner Rückkehr aus der deutschen Armee 1918 als ehemaliger Soldat der Zarenarmee ab dem 29. Dezember 1918 als Freiwilliger mit der Waffe in der Hand in losen Einheiten aktiv am Aufstand in Großpolen teil – auch in Śrem bei der Einnahme von Kasernen und staatlichen Verwaltungsgebäuden. Ab 1. Januar 1919 gehörte er als Freiwilliger zur 1. Śrem-Kompanie und nahm als Mitglied dieser Einheit aktiv an den Kämpfen bei Zbąszyń teil. Nach der Formierung der Militäreinheiten wurde er in das 10. Großpolnische Schützenregiment eingegliedert und nahm an den Kämpfen bei Zbąszyń, Leszno, Zduny, Margonin, Szubin teil. Am 9. Juli 1919 wurde er zum Gefreiten befördert und am 18. Februar 1920 aus der Armee entlassen. Als Freiwilliger nahm er ab dem 2. August 1920 als Teil der 6. Kompanie des 362. Infanterieregiments aktiv an den Kämpfen bei Brodnica teil. Am 1. September 1920 wurde er zum Zugfeldwebel befördert, am 12. Januar 1921 auf unbestimmte Zeit beurlaubt und am 6. März 1923 in die Reserve versetzt. Pioch, ein gelernter Kaufmann, arbeitete in den Jahren 1921–1936 selbständig in Chodzież und von 1936 bis September 1939 in Poznań. Vor dem Ersten Weltkrieg war er im Verein der Gymnasiumsabsolventen „Sokół“, im Jugendverband der Kaufleute und im Gesangsverein tätig. Nach seiner Rückkehr aus der Armee arbeitete er seit 1921 in der Region Chodzież und war Gründer der Sokoł-Gesellschaft, der Gesellschaft der Aufständischen und Krieger, der Polnischen Czeladź[1]-Gesellschaft, der Gesellschaft der Kaufleute und Industriellen, Sekretär und Ausbilder der Feuerwehr für die Bezirke Chodzież und Czarnków, Ratsmitglied der Industrie- und Handelskammer in Bydgoszcz und Vorsitzender des Stadtrates in Chodzież. Er hatte weitere ehrenamtliche und gesellschaftliche Funktionen inne. Am 20. Mai 1940 wurde er von der Gestapo verhaftet und starb nach einem Jahr im Konzentrationslager Mauthausen-Gusen am 7. April 1941.
Alicja Kruk, Enkelin von Leon Pioch, des Bruders von Wincenty Pioch
Quellen:
Militärheft, l.S. der Einberufungsliste 93, PKU Poznań Reg.-Nr. 43, PKU Poznań Powiat, Reg.-Nr. 601 NT, PKU Poznań Miasto, Reg.-Nr. 326/a. Informationen unter: powstańcy-wielkopolscy.pl (Liste der Aufständischen, die mit dem Kreuz der Großpolnischen Aufständischen ausgezeichnet wurden)
[1] Anm. d. Übers.: Czeladź – eine Kategorie der Landbevölkerung ohne Grundbesitz, welche gegen Bezahlung im Dienst eines Grundbesitzers oder als Begleitung ihres Arbeitgebers bei Unternehmungen während Kriegshandlungen tätig war.