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Lorenzo Vitriá Barrera 1908 - 1941 Bearbeiten

Geboren 2.2.1908 in Barcelona
Gestorben 18.6.1941 in Gusen

Biografie

Llorenç wurde am 2. Februar 1908 in der Carrer Montserrat in Barcelona in eine bescheidene Familie hineingeboren. Mit 13 oder 14 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Boxsport und ging zum Sporting Boxing Club in Barcelona trainieren. 1921 kam er in die vom Manager Josep „Pepe“ Comas betreute Boxergruppe und wurde mit 15 Jahren in die Auswahl für die katalanische Amateurmeisterschaft aufgenommen, die er im Fliegengewicht gewann.

Von da an begann seine Karriere als Boxer. Er nahm an verschiedenen Turnieren in Barcelona und Madrid teil und 1924 gehörte er der spanischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Paris an, wo er laut der zeitgenössischen Presse wegen einer schlechten Schiedsrichterleistung im Achtelfinale ausschied. Nach Olympia boxte er im Bantamgewicht weiter, bis er sich 1935 zurückzog.

Nach seinem Rücktritt eröffnete er ein Bandagengeschäft in der Carrer Marimon 18, wo er mit seiner Frau Pilar Albiso wohnte. Da er kinderlos war, half er damals seiner verwitweten Schwester Eulalia beim Großziehen seiner drei Neffen.

Durch den bevorstehenden Einmarsch der Franco-Truppen in Barcelona sah sich Llorenç zum Exil nach Frankreich gezwungen, da er Republikaner war und zudem wusste, dass er beschuldigt wurde, dem Überwachungsdienst über die sogenannten Faschisten angehört zu haben. Am 23. Jänner 1939 ging er nach Perpignan. Es begann ein Irrweg, der ihn bis nach Ruelle (Charente) brachte, wo er am 5. April gemeinsam mit seiner Frau ankam. Danach wurden sie im Flüchtlingslager für spanische Exilierte in Les Alliers (Angoulême) untergebracht, wo er als Schlosser eingetragen war. Von dort aus schrieb er einen Brief an seine Schwester und seine Nichte, in dem er andeutete, dass sie sich vielleicht nie wieder sehen würden.

Am 20. August 1940 verließ der erste Zug Angoulême, der zivile Häftlinge von Frankreich in ein Nazilager brachte. Darin befanden sich 927 Menschen, die den Verdacht hegten, nach Spanien zurückgebracht zu werden. Die Reise dauerte vier höllische Tage mit Hitze, Durst, Hunger und Angst vor dem ungewissen Schicksal. Am 24. erreichte der Zug den Bahnhof Mauthausen. Die Männer über 14 wurden zum Aussteigen gezwungen. Pilar und Llorenç sahen sich nie wieder. Die Frauen und Kinder verblieben im Zug, der sie an die französisch-spanische Grenze brachte, wo sie ihrem Schicksal überlassen wurden.

Llorenç bekam in Mauthausen die Nummer 4074 zugewiesen. Obwohl er Sportler war, wirkten sich die harte Arbeit, Missbrauch, Misshandlungen, Kälte und Hunger auf seinen Körper und seine Seele aus. Laut dem Überlebenden und Reisegefährten José Alcubierre gab Llorenç auf, gab sich der Verschlechterung seines Gesundheitszustands hin und ersetzte das Essen durch Tabak. Am 24. Jänner 1941 wurde er nach Gusen (Häftlingsnummer 9785) überstellt, wo er ein halbes Jahr später am 18. Juni 1941 starb.

Juan M. Calvo Gascón

Amical de Mauthausen y de otros campos y de todas las víctimas del nazismo de España

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