Stanisław Walczak 1906 - 1943 Bearbeiten
Geboren 27.10.1906 in Biniew
Gestorben 18.1.1943 in Gusen
Biografie
Stanisław Walczak wurde im Dorf Biniew im Landkreis Ostrów Wielkopolski geboren und lebte mit seinen Eltern und Geschwistern in Poznań (Posen). Zusammen mit seinem Bruder Stefan verfasste er am 17. März 1942 einen Brief an ihren zur Zwangsarbeit nach Stettin deportierten Bruder Józef. Drei Monate später wurden beide Polen auf Grund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Posen festgenommen. Es stellte sich heraus, dass ihr Brief bei der Briefkontrolle abgefangen wurde. Der Text galt als deutschfeindlich, u.a. deshalb, weil beide Brüder als patriotische Polen sich gegen den Antrag auf die Aufnahme in die Deutsche Volksliste entschieden und das gleiche ihrem Bruder Józef rieten. Außerdem berichteten sie von wirtschaftlicher Ausbeutung der in Posen lebenden Polen.
Gemäß der Polenstrafrechtverordnung vom 4. Dezember 1941 verurteilte das Sondergericht Posen am 1. Juli 1942 Stanisław zu fünf und Stefan zu vier Jahren Straflager. Am gleichen Tag erfolgte ihre Überführung zum Strafgefängnis Wronke (Wronki). Am 15. Dezember 1942 wurden beide Brüder, ähnlich wie viele andere polnische Sträflinge, an die Gestapo Posen abgegeben, die sie mittels eines Sammeltransports in das KZ Mauthausen überführte. Kurz danach verstarb Stanisław in Gusen. Sein ein Jahr älterer Bruder starb drei Monate später, am 20. April 1943, ebenfalls in Gusen.
Quelle:
- Personalakte von Stanisław Walczak, in: Archiwum Państwowe Poznań [Staatsarchiv in Posen], Sign. APP W 1807 (Bestand: Strafgefängnis Wronke)
Dokument:
- Strafurteil vom 1.7.1942, in: Archiwum Państwowe Poznań [Staatsarchiv in Posen], Sign. APP W 1807 (Bestand: Strafgefängnis Wronke)
Dr. Katarzyna Woniak, Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg