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Tadeusz Piątkowski 1923 - 1943 Bearbeiten

Geboren 5.5.1923 in Poznań
Gestorben 29.4.1943 in Gusen

Biografie

Tadeusz Piątkowski kam Ende Juni 1940 mit einem Sammeltransport aus Posen in das Deutsche Reich und wurde vom Berliner Arbeitsamt zur Arbeit bei der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik in Berlin-Borsigwalde verpflichtet. Er wohnte im Gemeinschaftslager für polnische Zivilarbeiter in Berlin-Schönholz. Am 26. April 1942 entwendete er zusammen mit vier anderen Zwangsarbeitern ein paar Kleidungsstücke aus einem Lagerraum des Heeresbekleidungsamtes. Zur Sache verhört sagte Tadeusz aus: „Wir haben uns die Sachen aus dem Schuppen angeeignet.“ Aus der Untersuchungshaft schickte er Mitte Juli 1942 einen polnisch-sprachigen Brief an seine Eltern, der zwecks Zensur von einem Gerichtsdolmetscher ins Deutsche übersetzt wurde:

„Liebe Eltern. Es ist unmöglich zu beschreiben, was mir passiert ist. Ich bin hier seit 30.4. Stets denke ich an Euch. Wenn es in eurer Macht steht, bitte ich, mir ein kleines Päckchen zurecht zu machen, und wenn ich bei diesem sitzen werde, würde ich einmal vergessen, was Hunger ist und einmal würde ich wenigstens satt sein.“

Am 11. August 1942 verurteilte das Berliner Sondergericht die Angeklagten „wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls nach Polenstrafrechtsverordnung zu verschärftem Straflager von 5 Jahren.“ Nach dem Urteil wurden sie dem Straflager in Wronki zugeführt, von wo sie zum KZ Mauthausen gebracht wurden. Tadeusz starb in Gusen nur fünf Monate nach seiner Ankunft.

Quellen:

Personalakte von Tadeusz Piątkowski, in: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Rep. 12 C Berlin II/6679 (Bestand: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin II)

Personalakte von Tadeusz Piątkowski, in: Bundesarchiv Berlin, R 3001/124607 (Bestand: Reichsjustizministerium)

 

Autorin: Dr. Katarzyna Woniak – Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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