Carlo Samiolo 1895 - 1945 Bearbeiten
Geboren 7.3.1895 in Guarda Veneta
Gestorben 22.4.1945 in Gusen
Biografie
Er wurde am 7. März 1895 in der Guarda Veneta in der Provinz Rovigo geboren. Der Leiter des Personalbüros der Breda Aeronautica lebt mit seiner Frau und ihren sechs Kindern in Monza. Am Dienstag, den 8. März 1944, wird er zusammen mit den Ingenieuren Ezio Margotti und Massini Ivan in Sesto San Giovanni verhaftet. Sie weigern sich, die für die Ausrufung des Streiks Verantwortlichen zu benennen, und aus diesem Grund betrachten die Nazifaschisten sie als Mittäter. Er ist kein Mitglied einer Untergrundpartei, aber ein Antifaschist. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist ein stark antifaschistisches Zentrum. Der Verwaltungsleiter und sein Vorgesetzter ist der Ingenieur Vezzani Alfredo, der ebenfalls nach Mauthausen deportiert wird. Die Sektion wird von Ingenieur Angelo Vallerani geleitet, der im Lager Fossoli und dann in Bozen gelandet ist. Etwa 80 Mitarbeiter sind bei Samiolo beschäftigt, einschließlich des für seine Verhaftung verantwortlichen Informanten. Er wird in Fossoli im Block 18 interniert, und später in Mauthausen unter der Nummer 82511 eingetragen als Angestellter (Beamter). Am Sonntag, den 13. August 1944, wird er nach Gusen überstellt, wo er am Sonntag, den 22. April 1945 stirbt. Sein Ende wird vom Mailänder Deportierten Orsi Franco bezeugt:
"Es ist meine schmerzliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass mein lieber Leidensgenosse in der Nacht vom 21. auf den 22. April 1945 im Lager Gusen I ermordet wurde. Nach einigen Monaten Arbeit in den Granitsteinbrüchen arbeitete er weiter bei Steyr und schließlich im März infolge seiner miserablen körperlichen Verfassung wurde er in Block 24 der Arbeitsunfähigen eingeliefert. Am 21. April wurde er mit der Entschuldigung einer ärztlichen Untersuchung mit 400 anderen von Block 24 zu Block 31, der Krankenstation, geschickt, wo Blausäure eingeführt wurde, so dass alle erstickt waren. In dieser und der nächsten Nacht starben in Gusen und Mauthausen mehr als 7.500 Männer”[1]
Franco Meroni
Quellen:
Stanisław Dobosiewicz: Vernichtungslager Gusen. Mauthausen‐Studien, Band 5 (Wien 2005).
[1] Anm. d. Redaktion: Laut Stanisław Dobosiewicz fanden die Vergasungen im Block 32 statt. Die Zahl der auf diese Weise Ermordeten in jener Nacht beziffert er mit 892.