Walter Jermiess 1893 - 1942 Bearbeiten
Geboren 20.4.1893 in Schwerin
Gestorben 27.12.1942 in Mauthausen
Biografie
Der ledige Landwirt Dr. Walter Jermieß, am 20. April 1893 in Schwerin in Mecklenburg geboren, lebte später in Hamburg. Das Landgericht Hamburg verurteilte ihn 1939 nach §175a StGB zu drastischen fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und auch zur Sicherungsverwahrung nach der Strafhaft, also zu unbegrenzter Haft. Sein Dr.-Titel dürfte ihm wegen seiner Verurteilung aberkannt worden sein. Seine Strafe verbüßte er ab Juni 1939 im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen.
Reichsjustizministers Thierack vereinbarte mit dem Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, dass Sicherungsverwahrte und zu langen Haftstrafen Verurteilte „durch einen Einsatz dort, wo sie zugrunde gingen, vernichtet werden.“ Fast alle Sicherungsverwahrten wurden Ende 1942 und Anfang 1943 in die KZ transportiert, so auch Dr. Walter Jermieß. Lange vor seinem Strafende, das erst im Mai 1944 sein sollte, transportierte man ihn am 25. Mai 1940 zunächst in das Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel und von dort am 5. Dezember 1942 in das KZ Mauthausen. Dort starb er am 27. Dezember 1943 im Alter von 50 Jahren den von der Justiz gewünschten Tod.
Rainer Hoffschildt
Rainer Hoffschildt wurde 1948 in Mecklenburg geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete bis zur Pensionierung als Berater in einer Sozialbehörde in Hannover. 1980 begann er mit der Errichtung des Schwullesbischen Archivs Hannover. Publikationen, u. a.: Olivia. Die bisher geheime Geschichte des Tabus Homosexualität und der Verfolgung der Homosexuellen in Hannover (1992).
Quellen:
Ich danke Hans-Georg Stümke (1941-2002), Stefan Micheler, Hamburg, Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, und Ulf Bollmann, Staatsarchiv Hamburg, für Informationen. Staatsarchiv Bremen, Gefangenenbücher der Haftanstalt Bremen-Oslebshausen.