Zurück

Павел Михайлович Ковела / Pawel Michailowitsch Kowela 1902 - 1945 Bearbeiten

Geboren 29.6.1902 in Wolka Łosiniecka
Gestorben .5.1945 in Mauthausen

Biografie

Pawel Michajlowitsch Kowela wurde am 29. Juni 1902 im Dorf Wolka Łosiniecka der Gemeinde Paseki des Tomaschewskij-Bezirks des Gouvernements Lublin (Polen) in eine arme Bauernfamilie geboren. Wie Pawel Michajlowitsch selbst in seiner Autobiografie schrieb, die heute im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation aufbewahrt wird, musste der Vater ihn aufgrund ihrer Armut mit acht Jahren als Hirte ins Nachbardorf schicken. Als sich die Front im Mai 1915 näherte, musste die Familie ihr Haus verlassen; Pawel und seine große Schwester kamen nach Turkmenistan in die Stadt Merw und blieben in einem Heim für Flüchtlingskinder, weil der Vater bereits im April 1915 verstorben war und die Mutter aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren konnte. Pawel wohnte von 1916 bis 1920 im Heim und beendete vier Klassen in einer Realschule. Im Frühling 1920 wurde er in eine Landwirtschaftsschule nach Samarkand geschickt, wo er etwas länger als einen Monat blieb, danach brach er seine Ausbildung ab, ging freiwillig in die Rote Arbeiter- und Bauernarmee, in eine Abteilung für Bandenbekämpfung des 4. Schützenregimentes zu Turkestan, und diente dort als Rotarmist. Nach der Auflösung des Regiments im November 1920 wurde er in ein Artillerie-Depot der Turkestaner Front versetzt.

Im Juni 1922 wurde Pawel vom Militär entlassen und fuhr nach Uman (Ukraine) zu seinem Bruder, der 1919 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war. In Uman arbeitete er zweieinhalb Jahre bei der Feuerwehr. Im Jänner 1924 ging Pawel erneut freiwillig ins 297. Ukrainische Schützenregiment der 99. Division, wo er bis Oktober 1926 diente. Von 1926 bis 1929 lernte er in der Militärinfanterieschule namens „Arbeiter des Roten Samoskworetschje zu Kiew“, nach deren Beendigung er eine Stelle im 22. Maschinengewehrbataillon des Ukrainischen Militärbezirkes bekam. Von 1929 bis 1938 diente er in verschiedenen Dienststellungen und stieg vom Zugführer bis zum Nachschubführer des 4. Territorial-Maschinengewehrregimentes auf.

Im April 1930 heiratete er Litwinowa Lidija Michajlowna, mit der er bald die beiden Kinder Emma und Jurij hatte.

1940 zog die Familie Kowela aus Kiew nach Luzk, weil Pawel dort die Stelle eines Gehilfen des Stabschefs des 306. Schützenregimentes bekam. Ab den ersten Kriegstagen war Kowela an der vordersten Linie eingesetzt. Zusammen mit seinem 123. Schützenregiment der 62. Schützendivision der Südwestfront geriet er als Bataillonsführer im September 1941 beim Dorf Krasenowka in der Region Tscherkassy in einen Kessel. Er entkam nicht aus dem Kessel, es gab keine Nachrichten von ihm. Offiziell galt er als vermisst.

Im Familienarchiv gibt es eine Postkarte der Kriegsgefangenenpost, die Kowela am 4. Oktober 1942 aus dem Stammlager (Stalag) XIII C schickte. Erst 1959 erhielt seine Ehefrau Lidija Michajlowna einen Brief und erfuhr, dass Pawel Michajlowitsch im KZ Mauthausen gewesen war.

Ein Auszug aus diesem Brief: „Mein Freund Pawel Kowela wurde 2 oder 3 Tage nach der Befreiung bettlägerig, sein Magen konnte keine Nahrung aufnehmen. Mit Hilfe der Kameraden brachte ich ihn mit einem Wagen ins amerikanische Lazarett. Nachher sah ich ihn nicht und konnte nichts über ihn erfahren“.

Im Jahre 2013 konnten auf der Internet-Website OBD-Memorial Informationen über den Aufenthalt von Kowela in Gefangenschaft gefunden werden. Mit Hilfe der Experten des Forums der Suchbewegungen konnten wir seine Personalkarte „entschlüsseln“.

Pawel Michajlowitsch Kowela war demnach zunächst im Stalag 346 (Kremenschug), von dort wurde er ins Oflag XI A (Wladimir-Wolynskij), und im Juli 1942 ins Stalag 367 Tschenstochowa überstellt. Am 4. August kam er ins Oflag XIII D Hammelburg (Ekennungsmarkennummer 8775) und blieb dort zwei Jahre, arbeitete im Arbeitskommando 10077 Zapfendorf (wahrscheinlich in einem Kieswerk und bei der Sandgewinnung). Am 12. Juli 1944 wurde er aus dem Lazarett in Ebelsbach an die Gestapo Nürnberg-Fürth übergeben, und am 19. Juli von der Gestapo ins KZ Mauthausen (Häftlingsnummer 79813) überwiesen.

Am 17. August 1944 wurde Pawel nach Peggau überstellt, wo Häftlinge beim Bau der unterirdischen Werke arbeiteten. Im April 1945 wurden die Häftlinge nach Mauthausen zurücktransportiert.

Pawel Michajlowitsch Kowela starb den Angaben seines Freundes zufolge im Mai 1945 im 131st Evacuation Hospital der U.S. Army.

Marat Burakowskij

Marat Burakowskij wohnt in Kiew (Ukraine); Pawel Kowela ist ein Angehöriger seiner Ehefrau

 

Aus dem Russischen von Tatiana Szekely

Dateien

Informationen zur Person senden...

Weitere Informationen zur Person hinzufügen...