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Olimpio Míguez Pazos 1909 - 1943 Bearbeiten

Geboren 8.9.1909 in Redondela (Pontevedra)
Gestorben 18.4.1943 in Mauthausen

Biografie

Olimpio Míguez Pazos (oder Pereira) wurde am 8. September 1909 in Redondela geboren. So steht es in verschiedenen Dokumenten, obwohl seine Geburtsurkunde bislang unauffindbar war.

In der Einwohnerliste von Redondela aus dem Jahr 1920 erscheint er als 8-jähriger Schüler mit den Nachnamen Míguez Pereira, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass er 1909 geboren wurde. Er lebte in der Rúa Plata Nr. 11 in Redondela mit seinem Vater Juan Míguez Reboredo, 59-jährig, Seemann und Verkäufer aus der Gemeinde Redondela. Seine Geschwister Teresa, 18-jährig, die sich um die häuslichen Belange kümmerte, und Constante, neunjährig, Schüler, sind ebenfalls nachgewiesen. Sie hießen mit Nachnamen Míguez Pazos, doch Olimpios zweiter Nachname lautete Pereira. Von der Mutter ist nichts bekannt.

Ferner sind ein weiterer Bruder, Ramón, sowie eine Schwester namens Encarnación bekannt, die im Alter von drei Jahren ertrank, nachdem sie in einen Brunnen in Arcade fiel.

Die älteste Schwester Teresa verkaufte Fisch in Vigo und wurde 1940 wegen eines Verstoßes gegen die Lebensmittelordnung mit 15 Peseten bestraft.

Constante, von Beruf Seemann, starb 1942 in Pasaia, als sein Schiff von den Nazis beschossen wurde.

Anfang der 30er-Jahre ließen sich viele Galicier in Pasaia nieder, um in der Fischerei und der Metallindustrie zu arbeiten. Das Viertel Trintxerpe, ein Teil von Galicien [im Baskenland] an der Flussmündung von Pasaia, wurde mit deren Ankunft errichtet. 75 % der Einwohner waren Mitglieder bei linken bzw. anarchistischen Gewerkschaften, und so erhielt das Viertel die Spitznamen Heidenland, Bolschewistenloch und Mekka des roten Sowjets.

Mit seinem Bruder Ramón und dessen Frau Cecilia Soliño Lemos kam Olimpio 1932 nach Pasaia. Laut Melderegister von 1935 wohnte er in der Calle Francisco Andonaegui 17 und arbeitete als Händler. Gemeinsam mit Ramón führte er die Taverne Flor de Galicia am Paseo de Ategorrieta 25. Nach dem Einmarsch der Franco-Truppen wurde die Straße in Paseo del General Mola umbenannt.

Aus dem Melderegister geht hervor, dass Olimpio ledig war sowie lesen und schreiben konnte. Sein Geburtsdatum gab er wie sein Bruder Ramón mit 7. September 1909 an. Bei den Brüdern Míguez lebte vorübergehend (laut Register) ein Neffe, Manuel Pazos Míguez aus Redondela, geboren am 7. September 1924.

Hunderte Galicier aus der „fünften galicischen Provinz“, wie Trintxerpe auch genannt wurde, schlossen sich im Spanischen Bürgerkrieg dem baskischen Heer an, viele im Keltenbataillon. Im Buch Pasaia 1931–1936. La Memoria de los vencidos von Xabier Portugal wird festgehalten, dass Olimpio und sein Bruder Ramon Gudaris (Kämpfer) aus Pasaia im baskischen Heer waren.

Zwar ist bekannt, dass Olimpio im Krieg kämpfte. Über sein Schicksal während des Waffengangs ist jedoch nichts bekannt und man weiß auch nicht, wann er nach Frankreich ging.

1937 forderte der Beschlagnahmungsausschuss der Provinz Gipuzkoa von der Gemeinde Pasaia eine Liste der Gegner des Movimiento Nacional für die politische Säuberung an. Über die Brüder Míguez Pazos und ihre Taverne wurde eine Säuberungsakte mit der Begründung eröffnet, dass sie als prominente Mitglieder der sozialistischen Partei in der Gruppe 6 des Rundschreibens erschienen. Nach dem Krieg wurde die Taverne La Flor de Galicia in Bar España, Jahre später wiederum in Batel Zahar umbenannt.

Olimpio wurde 1940 von der deutschen Wehrmacht gefangen genommen und im Kriegsgefangenenlager in Strasbourg (Häftlingsnummer 3024) inhaftiert, wo er bis zum 13. Dezember 1940 verblieb, als er mit weiteren 845 Spaniern aus demselben Stalag nach Mauthausen gebracht wurde. Im Spanierlager wurde er als Kellner mit der Häftlingsnummer 5020 eingetragen.

Es erfolgte seine Einlieferung ins Krankenlager, wo er am 18. April 1943 um 6:30 Uhr verstarb. Am 23. November 1942 und am 5. Februar 1943 war er operiert worden. Die Diagnose ist unleserlich, jedoch lässt sich daraus eine Achselverletzung entnehmen.

Die amtliche Todesmitteilung durch die französischen Behörden im Oktober 1950 erging an Frau Míguez Pazos, Ehefrau seines Bruders Ramón, in Pasaia, San Sebastián.

Am 10. September 1948 wurde die Bekanntmachung im spanischen Amtsblatt, in den Zeitungen Informaciones aus Madrid und La Voz de España aus San Sebastián sowie in Radio Nacional veröffentlicht, wonach im Amtsgericht San Sebastián „die Akte über die Todeserklärung von Herrn Olimpio Míguez Pazos, volljährig, ledig, Händler und wohnhaft im Jahr 1936 im Haus Nr. 17 der Calle del General Mola in Pasajes de San Pedro geführt [wird], der hiermit, gemeinsam mit den Personen, die von seinem Aufenthaltsort wissen, aufgerufen wird, dies diesem Gericht innerhalb von fünfzehn Tagen mitzuteilen, da besagter Herr im September 1936 von seinem Wohnort verschwand und sein Aufenthaltsort seither unbekannt ist“.

In Redondela berichtet ein Bekannter der Familie, dass in den 50er-Jahren ein Koffer mit den Habseligkeiten ankam, die Olimpio 1936 in Pasaia zurückließ.

María Torres

 

Quelle:

https://www.buscameenelciclodelavida.com/2020/03/olimpizo-miguez-pazos-o-pereira-de.html

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