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Hanuš Bonn 1913 - 1941 Bearbeiten

Geboren 5.7.1913 in Teplice-Šenov / Teplice
Gestorben 20.10.1941 in Mauthausen

Biografie

Hanuš Bonn[1] wurde am 5. Juli 1913 in Teplice geboren. Im Jahre 1932 schloss er das Gymnasium in Prag ab. Anschließend begann er ein Jurastudium an der Karlsuniversität, welches er im Jahre 1938 erfolgreich abschloss. Aber das Recht interessierte ihn nicht wirklich. Schon während des Studiums war er im Umfeld der Herausgabe einer Studentenzeitschrift tätig. Daher begann er, seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Gedichten, Literaturkritik und Übersetzungen der Poesie von Naturvölkern zu verdienen. Seine Artikel wurden in damals sehr bekannten Zeitschriften und Zeitungen wie z. B. Halasovy Rozhledy, Literární noviny, Lidové noviny, Kvart und Kritický měsíčník veröffentlicht.[2]

Sein Werk, das die depressive Atmosphäre der Vorkriegsereignisse in Verbindung mit einem Gefühl der Unsicherheit und Angst vor den kommenden Zeiten widerspiegelte, wurde von seinem Zeitgenossen Jiří Orten beeinflusst. Diese Elemente lassen sich z. B. in der Sammlung Tolik krajin (So viele Länder) lesen, die er im Alter von dreiundzwanzig Jahren schrieb. Übersetzungen von Liedtexten von Naturvölkern lassen sich in seinem Büchlein Daleký hlas (Entfernte Stimmen) finden, das im Jahre 1938 erschien.[3]

Hanuš Bonn beteiligte sich schon während des Studiums aktiv an tschechisch-jüdischen Vereinigungen. Ab dem Jahre 1939 wurde er leitender Funktionär der Prager Jüdischen Gemeinde. Zu dieser Zeit publizierte er seine Arbeiten nur noch unter seinem Pseudonym Josef Kohout. Nachdem die Transporte von Juden aus dem Protektorat in Internierungs- bzw. Konzentrationslager angelaufen waren, wurde er Leiter der Transportabteilung der Jüdischen Gemeinde.[4] Wahrscheinlich wurde ihm dies zum Verhängnis. Er wurde nämlich sofort nach Heydrichs Amtsantritt von der Gestapo verhaftet und in das KZ Mauthausen gebracht, wo er am 20. Oktober 1941 starb. Todesursache war Freitod durch Ertrinken.[5]

Unmittelbar nach seinem Tod schrieben seine Freunde sein gesamtes dichterisches Werk nieder, sogar in drei Exemplaren. Dank dessen konnte sein Werk schon zwei Jahre nach Kriegsende im Verlag Václav Petr unter dem Titel Dílo Hanuše Bonna (Werk von Hanuš Bonn) herausgegeben werden. An dieser Herausgabe war auch Václav Černý beteiligt, der eines der niedergeschriebenen Exemplare seines Werkes während des Krieges aufbewahrte.

Im Jahre 1995 hatte die literarische Öffentlichkeit erneut Gelegenheit, sich an Bonns Werk zu erinnern, als der Verlag Academia seine Gedichtsammlungen unter dem Namen Dozpěv (Abgesang) herausgab.[6]

Vlastislav Janík, Forscher, Delegierter des Mauthausen-Komitees in Tschechien

 

Anmerkungen:

[1]             Zu seinem Namen Hanuš Israel Bonn siehe https://www.pamatnik-terezin.cz/vezen/ma-bonn-hanus

[2]             https://www.knihovna-teplice.cz/osobnosti/bonn-hanus/

[3]             https://www.knihovna-teplice.cz/osobnosti/bonn-hanus/

[4]             https://www.pamatnik-terezin.cz/vezen/ma-bonn-hanus

[5]             Freitod durch Ertrinken. Vergleiche auch hier https://www.pamatnik-terezin.cz/vezen/ma-bonn-hanus

[6]             Informationen wurden auch der Internetenzyklopädie Wikipedia entnommen, siehe https://cs.wikipedia.org/wiki/Hanu%C5%A1_Bonn

 

 

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