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Tremps Estrada Francisco 1900 - 1941 Bearbeiten

Geboren 4.10.1900 in Barcelona
Gestorben 25.10.1941 in Gusen

Biografie

Das vor einem Jahr veröffentlichte Buch Itinerarios e identidades. Republicanos aragoneses deportados a los campos nazis (Wege und Identitäten. In die Nazilager deportierte aragonesische Republikaner) umfasst eine CD mit den Namen der 1.009 von mir bis dahin identifizierten Aragonesen. Zu diesem Zeitpunkt merkte ich bereits an, dass die veröffentlichte Liste unvollständig sei und durch die weitere Forschungsarbeit – hauptsächlich auf lokaler Ebene – erweitert würde.

In diesem Jahr wurden mehrere Namen in die ursprüngliche Liste aufgenommen, über die ich anhand entsprechender Einträge in diesem Blog berichtet habe: José Cabrero Arnal, Emilio Peruga Pey und Baltasar Ferruz Insa. Im heutigen Eintrag werden etliche Wesenszüge einer weiteren Person, Francisco Tremps Estrada, bekanntgeben, der ich während der Vertiefung in den Werdegang des zuvor zitierten Baltasar Ferruz aus Sástago begegnete.

Seine Verbindung zu Sástago wurde anhand der Listen festgestellt, die eine Gruppe republikanischer Überlebender in den Tagen nach der Befreiung des KZ Mauthausen erstellten. Laut Franciscos Kartei wurde er in Barcelona am 4. Oktober 1900 geboren. Als nächsten Angehörigen hatte er seine Ehefrau Asunción Gracia Gálvez angegeben, wohnhaft in besagtem Ort in der Provinz Zaragoza. Aus einer in den letzten Wochen getätigten Anfrage zu den Wählerlisten dieser Provinz aus den Jahren 1934 und 1935 geht hervor, dass Franciscos Familie gemeinsam mit einigen seiner Geschwister – María, Jenara, Germán und Crispín – in Sástago lebte. Francisco und Asunción wohnten in der Calle Jesús 12. Darüber hinaus ist vermerkt, dass er als Tischler arbeitete.

Im Juni 1940 wurde er von den Deutschen verhaftet. Gemeinsam mit seinem Nachbarn Baltasar Ferruz ging er den selben Weg durch die Kriegsgefangenenlager. Am 25. Jänner 1941 kam er nach Mauthausen, wo ihm die Nummer 4903 zugewiesen wurde. Drei Wochen später wurde er nach Gusen überstellt, wo er am 25. Oktober 1941 verstarb, genau neun Monate nach seiner Ankunft in Mauthausen.

Währenddessen ermittelte der repressive Apparat des Franco-Regimes gegen jene, die gegen die „glorreiche nationale Erhebung“ Position bezogen hatten. Francisco entging dem nicht und wurde beschuldigt, aktiv bei Drohungen bzw. Erpressungen teilgenommen zu haben. Im Bericht des Bürgermeisters von Sástago an den Untersuchungsrichter des allgemeinen Verfahrens ist zu lesen, wie er der Todesdrohung und Nötigung einiger Rechtsstehender aus Sástago während der „roten Herrschaft“ beschuldigt wurde.

Nach dem Bürgerkrieg wurden zahlreiche Bewohner von Sástago vom Franco-Regime verfolgt. Einige Angehörige dieser Verfolgten haben uns eine Kopie einer Liste zukommen lassen, auf der etwa 170 Bürger aus Sástago als „regimeuntreue Individuen“, darunter Baltasar Ferruz Insa und Francisco Tremps, eingestuft wurden. Von letzterem hieß es:

„Als großer Propagandist der Volksfront ging er von Anfang an bewaffnet auf die Straße im Dienste der Roten, drang in die Häuser der Rechten ein und konfiszierte deren Güter. Sehr fortschrittliche Gedanken, Freiwilliger der Kolonne Durruti, gefährlich und unwürdig, unter seinen Nachbarn zu wohnen.“

Die Gründer der Amical de Mauthausen haben in den Siebziger Jahren versucht, mit Asunción Kontakt aufzunehmen und schrieben sie in Vilanova i la Geltrú an, wo sie aufgrund der Auskunft von Angehörigen anderer Opfer ihren Wohnsitz vermuteten. Andererseits ist uns bekannt, dass Franciscos Name in der Liste der Deportierten aus Vilanova angeführt ist, die die Errichtung eines Denkmals zu ihren Ehren durch die Gemeinde im Dezember 2001 begründete. Bis heute wissen wir nicht, ob Francisco dort geboren wurde oder seine Witwe Asunción in dieser Stadt nach den geschilderten Ereignissen lebte.

Juan M. Calvo

Quelle:

http://aragonesesexilioydeportacion.blogspot.co.at/2012/07/francisco-tremps-estrada-de-sastago.html

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