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Odile Henriette Kienlen 1895 - 1945 Bearbeiten

Geboren 14.7.1895 in Aix-en-Provence
Gestorben 16.4.1945 in Mauthausen

Biografie

Odile Henriette Kienlen, Odette Klein genannt, war eine französische Widerstandskämpferin und Pionierin der Nationalen Befreiung in der besetzten Nordzone. Odile stammte aus einer bürgerlich-kultivierten elsässischen Familie. Ihre protestantische Erziehung verdankte sie ihren ausgeprägten Sinn für Disziplin. Ihr Wille zu Widerstand blieb ungebrochen. Ihre elsässische Familie musste aus ihrem Haus fliehen und ihre Wurzel aufgeben, um beim Anschluss des Elsass und eines Teils Lothringens an das Deutsche Reich nach dem Frankfurter Friedensvertrag vom 10. Mai 1871 französisch zu bleiben.

Sozialarbeiterin einer Versicherungsgesellschaft; sie tritt der Kampfgruppe Nord bei, deren Sitz sich in der Schule für Werkssuperintendentinnen in der rue Princesse in Paris befindet. Hier ist Odile für die Archive, Finanzen und das Sekretariat der Vorsitzenden Jane Sivadon zuständig. 

Diese Schule wurde 1917 während des 1. Weltkriegs von Cécile Brunschvicg gegründet, die zu dieser Zeit Vorsitzende der Sektion Arbeit des Nationalen Rates der französischen Frauen (CNFF) war. Das Ziel dieser Schule bestand darin, die Situation der Frauen zu verbessern, die aufgerufen wurden, die Männer in den Kriegsfabriken zu ersetzen. Die Aufgabe der Superintendentinnen war es, über die physische und seelische Gesundheit der Arbeiterinnen zu wachen und gleichzeitig die Rolle der „Mediatorin“ zwischen der Direktion und dem Personal übernehmen. Zu der theoretischen Ausbildung der Schüler kamen verpflichtend Werkspraktika, davon anonym eines als Arbeiterin. Nach dem Krieg, als die Männer wieder ihren Platz in den Fabriken einnahmen, erweitert die Schule ihr Arbeitsfeld auf den gesamten Industriebereich. Eine weitere Neuigkeit zu dieser Zeit: diese Schule war laizistisch und bekannt für ihre offene Gesinnung.

Abwehragent Henri Devillers, der in die Kampfzone Nord eingeschleust wurde, verrät die Gruppe. Daraufhin werden Mitglieder der Gruppe aus der Schule der Intendantinnen am 3. Februar 1942 verhaftet, darunter Odile Kienlen. Sie werden im Gefängnis La Santé inhaftiert.

Im April 1942 werden sie aufgrund des Nacht und Nebel-Dekrets nach Deutschland deportiert und in das Gefängnis von Saarbrücken gebracht. Am 12. Oktober 1943 werden sie zum Tode verurteilt. 

Am 2. November 1943 werden sie in Köln mit den anderen zu Tode Verurteilten Elizabeth Dussauze, Jeanne Sivadon, Hélène Vautrin, Marietta Martin-le-Dieu und Gilberte Bonnaud du Martray in Köln in Ketten gelegt. 

Sie verbrachten siebzehn Monate mit weiteren Angeklagten, bevor sie vom Höchstgericht in Berlin verurteilt werden. Was die Frauen anbelangt, wurde die Vollstreckung des Urteils ausgesetzt, ihre Strafen in Zwangsarbeit umgewandelt. Am 9. März 1944 werden sie in das Gefängnis für Zwangsarbeiten nach Lübeck gebracht, dann nach Cottbus.

Am 15. November 1944 werden sie nach Ravensbrück deportiert.

Vom 3. bis 7. März 1945 werden sie auf den Todesmarsch bis Mauthausen geschickt.

Odile kam in das „Revier“, der Krankenanstalt des Lagers. Erschöpft starb sie am 16. April 1945 an einer Lungenentzündung - 19 Tage vor der Befreiung des Lagers am 5. Mai 1945.

 

Autorin: Michèle Henriette Durand-Deckert

[Übersetzung ins Deutsche: Mag. Annemarie Emeder]

Familie / Kienlen - Deckert

Johann Christoph Kienlen, Heinrich Wilhelm Kienlen, Jeanne Cécile Kienlen, Ferdinand Albert Deckert. 

Odile Henriette Kienlen 

Michèle Henriette Durand-Deckert, Emma Durand Worrall, Fiona Durand, Serge Durand, Eléonore Bez

 

 

Quelle : Nationalarchiv

Bibliographie :

. Adeline Lee, Les Français de Mauthausen, Tallandier, avril 2021.

. Gisèle Guillemot, (Entre Parenthèses). De Colombelles (Calvados) à Mauthausen (Autriche). 1943-1945. L'Harmattan 2001.

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