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Fritz Friedländer 1920 - 1941 Bearbeiten

Geboren 3.2.1920 in Stade
Gestorben 11.9.1941 in Mauthausen

Biografie

Fritz „Frosch“ Friedländer

*3.2.1920 in Stade;  11.9.1941 in Mauthausen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Gotthelf Friedländer *19.4.1878 in Stade;  18.4.1959 in Beckenham

Mutter Johanna Anna Annchen Brasch *26.7.1891 Berlin; 22.11.1978 in Hendon 

Onkel Prof. Josua Falk Friedlander *13.6.1871 in Stade; 22.10.1942 in Theresienstadt

Geschwister

Lotte Golda Friedländer *2.4.1915 in Stade; 8.5.1996 Westminster; oo 1939 Arthur Ney (1902-1997)

Beruf

Adressen Stade, Im Neuwerk 9; Berlin; Groß-Breesen; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Vater Gotthelf Friedländer Mitinhaber des Bankhauses Friedländer&Wertheim

Ostern 1926 Einschulung

Ostern 1930 Wechsel auf das Gymnasium Athenäum in Stade

1933 Bar Mitzwa in Stade

1933 Schwester Lotte verlässt das Lyzeum in Stade; Flucht nach England mit domestic permit

28.8.1935 Abgang von Fritz Friedländer aus dem Athenäum

1935 Fritz zieht zu Onkel Josua pensionierter Studienrat in Berlin; Prof. Josua Falk Friedlander (*1871 in Stade, 1942)

1936 zur Hachschara ins Gruppenauswanderer-Lehrgut Groß-Breesen, plant Auswanderung nach Südamerika; zusammen mit Cousin (?) Walter F. *27.2.1923 in Berlin

Juli 1938 Flucht nach Holland

23.4.1939 Eltern von Hamburg nach England

29.9.1939 Eltern und Schwester erfasst bei britischen Census

Werkdorp Nieuwe Sluis Wieringermeer

23.7.1938 Fritz Friedländer angemeldet zur Hachschara im Werkdorp

Auflösung des Werkdorp und die zweite große Razzia in Amsterdam

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“ 

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten; Fritz kommt in die Familie Aron, Stadionskade 129

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 Fritz Friedländer abgemeldet aus dem Werkdorp

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

11.9.1941 Tod in Mauthausen

Gedenken

5.8.1976 Page of Testimony  für Fritz Friedländer von Schwester Lotte Ney

2010 Stolperstein für Fritz Friedländer in Stade, Im Neuwerk 9

 

Franz-Josef Wittstamm (2023)

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen, Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur, 1970 Studium der Humanmedizin in Bochum, Approbation 1981, Promotion 1982, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin. Im Ruhestand seit 2016

Siehe auch: Friedländer Fritz – Spuren im Vest [Zugriff: 20.05.2026] sowie Fritz Friedländer – Werkdorp Wieringermeer [Zugriff: 20.05.2026]

 

 Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de870295http://www.stolpersteine-stade.de/?p=biografien&bioid=8

https://raumdernamen.mauthausen-memorial.org/?id=4&p=3035

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History 

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

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Die 10f2 behandelt im Moment im Fach Geschichte das Thema Nationalsozialismus und hat den Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November zum Anlass genommen, heute im Geschichtsunterricht an Fritz Friedlaender, jüdischer Schüler des Athenaeums, zu erinnern, der am 28. August 1935 die Schule verlassen musste. Fritz wurde am 3. Februar 1920 in Stade geboren, sein Vater betrieb ein privates Bankhaus in Stade. Fritz und seine Schwester Lotte, die das Stader Lyzeum besuchte, wurden ab 1933 von ihren Mitschülern zunehmend ausgegrenzt und lebten vollkommen isoliert. Lotte geht noch 1933 von der Schule ab und emigriert nach England. Fritz zieht zunächst zu einem Onkel nach Berlin und bereitet sich ab 1936 auf eine Auswanderung nach Südamerika vor. Im Juli 1938 geht er in ein landwirtschaftliches Werkdorf in den Niederlanden. Nach der deutschen Besetzung Hollands wird er 1941 verhaftet und im Juni 1941 in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert, wo er am 11. September 1941 ermordet wird.2010 wurde vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Friedlaender im Neuwerk 9 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig zusammen mit Schülern des Athenaeums ein Stolperstein für Fritz gesetzt. Mit der Zeit war die Messingplatte angelaufen und man konnte den Stolperstein nicht mehr von den umgebenden Pflastersteinen des Gehweges unterscheiden und die Inschrift war nicht mehr lesbar. Gemeinsam wurde der Stolperstein geputzt und an einen Schüler unserer Schule erinnert, der dem NS-Rassenwahn zum Opfer gefallen ist und der Schulgemeinschaft Mahnung sein sollte, Hass und Rassismus in unserem Alltag stets zu begegnen.

Dr. Lars Hellwinkel, Geschichtslehrer am Gymnasium Athenaeum in Stade bei Hamburg

 

Quellen:

http://www.stolpersteine-stade.de/?p=biografien&bioid=8

http://www.athenaeum-stade.de/index.html/n/39094-erinnerung-an-den-juedischen-athenaeum-schueler-fritz-friedlaender 

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/226525/fritz-friedlander 

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